Coverdesign: Bildkomposition

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Unknown | 31 Dezember 2013 |
So wie mit Farbe und mit der Schrift, könnt ihr mit der Bildkomposition Spannung auf eurem Buchcover erzeugen. Zwei wichtige Dinge müsst ihr dabei beachten: Gewichtung der Bildelemente und die Bildkomposition.


Gewichtung der Bildelemente
Mit der bewussten Anordnung und die Proportionierung der Bildelemente könnt ihr Beziehungen der einzelnen Darstellungen beeinflussen und dadurch Dynamik oder Ruhe erzielen. Gleichmäßige Anordnung der Objekte schafft Ruhe, eine weniger gleichmäßige bringt Kontraste und somit auch Spannung mit sich.

Bildkomposition
Hier gibt es kein Richtig oder Falsch, denn die Bildkomposition hängt immer von der beabsichtigten Aussage des Künstlers an, in dem Fall was ihr mit eurem Buchcover erzielen möchtet. Natürlich dient euer Cover in erster Linie zum Verkauf des Buches, aber das eigentliche Ziel soll sein, eure Geschichte so deutlich wie möglich zu projizieren.
Wichtig dabei ist wieder die Gesamtkomposition, mit der ihr entweder Ruhe oder Spannung erzeugen könnt.

Goldener Schnitt
Wirkt auf uns Menschen als besonders harmonisch und stimmig. Dabei handelt es sich um ein mathematisches Verhältnis zweier Größen und beträgt etwa 1 zu 1,618. Doch Vorsicht! Zückt nicht gleich euer Lineal und euren Taschenrechner, das könnte euch sowohl die Lust an der Gestaltung, wie auch euer Kunstempfinden beeinträchtigen. Wir empfehlen die vereinfachte Variante des Goldenen Schnittes: Die Drittel-Regel.
Wen es dennoch interessiert, kann gern hier nachlesen, wie sich der Goldene Schnitt ableitet.

Drittel-Regel
Damit ein Motiv, das in die Mitte gesetzt wird nicht langweilig erscheint, so wird die Drittel-Regel angewandt. Teilt ihr die Bildfläche horizontal und vertikal mit je zwei senkrechten Linien, erhaltet ihr neun gleichgroße Teile und vier Schnittpunkte. Die Schnittpunkte und die Linien sind optimal für Haupt- und Nebenmotive. So steht einem spannungsvollen Bild nichts mehr im Weg.

Dreieckskomposition
Das Motiv wird dabei in einem Dreieck angeordnet. In den vergangenen Epochen (Renaissance) wurde diese Komposition gern für religiöse Darstellungen genutzt, um Stabilität und Ruhe zu erzeugen. Mit dieser Komposition werdet ihr also keine Spannung erreichen.

Kreuzkomposition
Ebenfalls gern für religiöse Motive genutzt, bietet Stabilität und schafft keine Dynamik.

L-Komposition
Dient zur Aufteilung eines Bildes in eine gedachte L-Form. Diese Form bereitet dem eigentlichen Motiv einen Rahmen und setzt den Fokus auf einen kleinen, aber wichtigen Inhalt.


Weitere hilfreiche Dinge zur Anordnung der Bildmotive

  • Nutzt auch die Perspektive und deren Fluchtpunkte, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
  • Spielt mit eurem Bildausschnitt, bevor ihr euch endgültig festlegt. Oft entstehen dynamische Motive, wenn ihr unterschiedliche Anschnitte probiert.
  • Starke Linien helfen der Orientierung, nutzt das aus und schafft mit eurem Motiv eine gedachte Linie, eine Spirale, ein Kreis. 
  • Vermeidet komische Überschneidungen von Haupt- und Nebenmotiven, ihr wollt ja nicht, dass eurem Protagonisten ein Baum aus dem Kopf wächst (es sei denn, es ist eure Absicht).
  • Schafft Ruhe um euer Hauptmotiv, ein unruhiger Hintergrund belastet das Auge.
  • Bildet allgemein nicht zu viele Gegenstände oder Personen ab.
  • Schafft Kontraste durch Farbe und Anordnung.
  • Seid nicht ängstlich mit dem Anschneiden von Motiven, es ist spannungsvoll, wenn nicht der komplette Kopf abgebildet ist, sondern der Schopf ein wenig vom Bild verschwindet.


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