Autorem im Interview | Sarah Reitz

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Jennifer Jäger | 22 Dezember 2013 |

Unsere Schreibnächte sind für viele angehende Autoren eine große Motivation. Sie sehen, dass sie mit ihrem Traum nicht alleine sind, motivieren sich gegenseitig und teilen ihre Probleme mit anderen. 

Sarah Reitz hat etwas geschafft, von dem viele Schreiber träumen: sie hat ihren Roman veröffentlicht. In einem exklusiven Interview mit dem Schreibnacht-Magazin erzählt sie uns, warum sie diesen Schritt gegangen ist und weshalb die Schreibnächte eine große Rolle für ihr Buch spielen.


Hallo Sarah! Schön, dass du dir Zeit für ein kurzes Interview nimmst!
Hallo! Das mach ich sehr gern, denn das ist für mich im Moment alles sehr aufregend und spannend.

Erzähl uns doch kurz etwas über dein neu veröffentlichtes Werk.
Es geht um Nina und Tom, zwei Menschen wie du und ich, die unsterblich ineinander verliebt sind, aber sehr viele Jahre brauchen, um es zu begreifen. Es geht also um die Liebe in Echtzeit, sozusagen.
Erzählt wird die Geschichte in Episoden, beginnend im Jahr 1990, kurz nach der Wende in Berlin und endet 2013 am Nürburgring- Nina und Tom erleben in dieser Zeit das ganze auf und ab im Leben. Schicksalsschläge, berufliche Erfolge und immer wieder treffen sie aufeinander und können der Besonderheit ihrer Beziehung nie widerstehen.
Eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt Musik. Beide sind Musiker und diese gemeinsame Liebe zieht sich durch den ganzen Roman. Songs von Selig, Kiss, Abba und sogar Aretha Franklin spielen eine große und wichtige Rolle in der Geschichte. Für Musikliebhaber also ein absolutes Muss.
Echtzeit ist ein Roman über die Schwierigkeiten der wahren Liebe, mit ganz viel Romantik, Dramatik und auch ein bisschen Erotik.

Wie lange hast du an dem Manuskript gearbeitet?
Begonnen habe ich mit Echtzeit vor knapp zwei Jahren und es nur bis zur Hälfte  fertiggestellt. Lange bin ich an diesem Punkt der Geschichte nicht weitergekommen und habe anderes geschrieben. Irgendwann (mitten in einer Schreibnacht) kam mir endlich die Lösung, wie ich die Story um Nina und Tom weiterführen konnte. Und dann habe ich Gas gegeben. Knapp vier Wochen habe ich an der zweiten Hälfte geschrieben und mich dann der Überarbeitung zugewendet.
Mit allen Änderungen, Lektoratsrunden und Korrekturen habe ich insgesamt knapp drei Monate daran gearbeitet, bis es fertig wurde. Ich muss jedoch dazu sagen, dass die lange Pause in der Mitte der Geschichte wichtig war, denn erst danach ergab es wirklich ein rundes Bild. Manchmal braucht man den Abstand zur eigenen Geschichte.



Wie lange schreibst du schon generell?
Meine ersten Schreibversuche habe ich mit ca 13 Jahren gemacht. Damals habe ich FanFictions geschrieben u.a. über Baywatch und Beverly Hills 90210. Diese habe ich dann handschriftlich vervielfältigt und unter meinen Freundinnen verteilt. Das war eine sehr lustige Zeit.
Danach habe ich eine lange Pause gemacht und bin über meinen Studium der Sozialen Arbeit, wieder mit FanFictions in Kontakt gekommen, als ich eine Arbeit darüber verfasst habe. In den Semesterferien hatte ich dann selbst wieder Lustbekommen etwas zuschreiben. Seit 2011 habe ich mich ordentlich in meinem Lieblingsfandom ausgetobt. Und ungefähr seit eineinhalb Jahren habe ich mich auch mit allen handwerklichen Aspekten des Schreibens auseinandergesetzt.

Wieso hast du dich dazu entschlossen, dein Buch zu veröffentlichen?
Mmh … um ehrlich zu sein hat mich eine kleiner, verrückter Traum einer Freundin dazu gebracht darüber nachzudenken. Meine FanFiction kamen zu dem Zeitpunkt sehr gut an und wir haben einfach rumgewitzelt, was E.L. James kann, können wir auch. Am nächsten Tag berichtete meine Freundin dann von ihrem Traum: Sie hat mich bei Stefan Raab auf der Couch sitzen sehen, wie ich als erfolgreiche Bestseller Autorin mein Buch vorstelle.
Natürlich ist das nur eine kleine Alberei gewesen, aber ich dachte mir dann: Warum nicht? So schwer kann das doch nicht sein.

Welche Rolle haben die Schreibnächte für "Echtzeit" gespielt?
Wie oben schon geschrieben habe ich erst in einer Schreibnacht den Dreh gefunden diese Geschichte zu beenden. Darüber hinaus ist es ein wahnsinnig tolle Ansporn gemeinsam mit anderen zu schreiben. Der Ehrgeiz wird geweckt, man will unbedingt genauso viele Wörter schaffen, wie der andere. Und Schwupps schon hat meine Geschichte beendet und ist ganz über sich selbst erstaunt.
Besonders toll ist die direkte und konkrete Hilfestellung. Jederzeit kann man einen kurzen Absatz posten, oder eine Frage stellen. Das fängt schon bei der einfachen Suche nach Namen für die eigenen Protagonisten an. Das tolle ist man kommt sofort einfach Hilfe, die niemals von oben herab oder besserwisserisch daher kommt.
Man befindet sich unter Gleichgesinnten und das ist ganz wunderbar. Schreiben gehört nicht unbedingt zu den Hobbies für die jeder Verständnis hat. Um so schöner ist es Menschen um sich zu haben, die wissen was eine Schreibblockade für unendlich Qualen auslösen kann.


Hast du einen Tipp für angehende Autoren?
Ja! Gib nicht auf!
Allein die Tatsache, dass du dich entschlossen hast deine Geschichte aufzuschreiben macht dich zu etwas Besonderem. Du traust dich deine Gedanken und Fantasien mitzuteilen. Diesen Mut haben nicht viele.
Such dir andere Schreiberlinge. Während der Schreibnächte habe ich tolle Freundschaften geknüpft und Menschen kennengelernt die unglaublich wichtig für mich wahren. Schließt euch zusammen und helft euch gegenseitig. Meinen Roman hat zum Beispiel eine ganz Liebe Teilnehmerin der Schreibnächte professionell korrigiert.
Für den Fall, dass ihr wirklich plant zu veröffentlichen empfehle ich allerdings ganz klar über den Tellerrand hinauszuschauen und ich professionelle Hilfe zu holen. Entweder über einen Verlag oder einem Lektor. Das ist auch das tolle an den Schreibnächten sowohl Anfänger, Hobbyschreiber als auch Verlagsautoren kommen hier zusammen. Das ist ein unglaubliches Potenzial, was man aus dieser Gruppe schöpfen kann. 

1 Kommentar:

  1. Auch, wenn ich mir jetzt bald wie nen Stalker vorkomme, weil ich schon wieder meinen Senf zu Sarah´s Buch dazugeben muss. Aber es ist wirklich wunderschön. Und bei allem anderen, was sie bezüglich der Schreibnächte geschrieben hat, kann ich ihr nur zustimmen.

    Diese Abende und auch Nächte sind sehr inspirierend und Hilfe ist schnell da, wenn man sie braucht. Ich freue mich schon darauf, bald selbst wieder intensiv am Schreibprozess teilnehmen zu können und werde mich dann auch wieder öfter bei euch einfinden.

    Aloha Astrid

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