Coverdesign: Lesbarkeit der Schrift

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Unknown | 18 Dezember 2013 |
Ihr kennt das: Schaut ihr in eurem Lieblings-Buchladen vorbei, strahlen euch tausende Buchcover an und eins ist schöner und pompöser als das andere. Ihr geht durch durch die Auslagen und lasst die Finger über die erhabenen, versilberten Schriftzüge gleiten und wünscht euch, euer Buch hätte ebenfalls so ein schönes Cover. Leider hat nicht jeder Autor einen großartigen Verlag im Rücken, die euch das ermöglichen können und bei Indie-Autoren kommt es oft gar nicht zu einem gedruckten Buch. Wie also soll man da auffallen?

Nun, ihr macht euer Cover automatisch wertvoller, wenn ihr die vielen Stolperfallen der Gestaltung vermeidet. Wir werden euch in Zukunft den eine oder anderen Tipp geben, damit ihr es mit den Verlagen mithalten könnt. 
  
In diesem Beitrag geht es um die Lesbarkeit der Schriften.

Die Schrift darf nicht untergehen 
Das ist wohl das oberste Gebot. Auch wenn zarte und geschwungene Schriften wunderschön aussehen, kann es passieren, dass euer Werk gar nicht angeklickt und demzufolge nicht gekauft wird.

Schriftsalat 
Vielfalt an Obst und Gemüse ist für uns gesund, für das Buchcover jedoch Gift. Maximal zwei Schriften sind die Regel - davon bitte nur eine Schmuckschrift (Schriften, die abgedreht, verrückt, geschwungen, zerstückelt, gestaucht, verdreht, … sind). Der Autorenname sieht ohne Schnörkel auch seriöser aus.

Schriftformatierung 
Wenn ihr euch schon dazu durchgerungen habt, nur zwei Schriften zu nehmen, zerstört die Einheit nicht wieder mit wilder Formatierung. Das heißt, stellt die Schrift innerhalb drei Wörtern nicht abwechselnd auf Fett, Kursiv und Normal.

Die Vielzahl an Effekten verführt 
Ein Schatten unter der Schrift hier, ein 3D-Effekt da, ein wenig Schein an der Schriftkante und am besten noch ein Verlauf. Klasse! So ist uns allen sicher schon mal ergangen. Doch Vorsicht! Es ist wie mit dem Schmuck, den wir zum Abendkleid tragen: zu viel wirkt schnell überladen. Am besten, ihr schafft euch einen Kontrast ohne die Effekte und wenn ihr doch mal zu den Helferleins greift, nutzt sie dezent.

Versalien 
Oft wird der Titel in Versalien, also in Großbuchstaben geschrieben. Das ist bei kurzen Sätzen schick und liegt auch im Trend, doch das menschliche Auge hat bei der Lesbarkeit Schwierigkeiten, also vermeidet es bei längeren Titeln.

Einheit von Schrift und Bild 
Bild darf nicht mit der Schrift konkurrieren, es soll eine Einheit bilden. Bei Werbeplakaten ist die Schrift der eigentliche Botschaft-Träger und ein Bild oder eine Grafik sind begleitende Elemente. In der Buchbranche ist es etwas anders. Hier ist das Bild genauso wichtig wie der Titel. Es ist ratsam, schon im Vorfeld an die Gesamtheit zu denken. Die Schrift kann am Ende noch ausgetauscht werden, jedoch muss eine ausreichende Platzierung für sie geplant werden. Es ist frustrierend, Stunden oder gar Tage an dem Bildmotiv zu arbeiten, um am Ende einen großen Teil mit der Schrift verdecken zu müssen.  

Schrift braucht Kontrast 
Kontrast ist für die Lesbarkeit entscheidend. Den größten Kontrast schafft ihr mit hellen und dunklen Farben:
  • schwarz und weiß
  • gelb und schwarz
  • heller Farbton und dunkler Farbton (je mehr die Farbtöne sich angleichen, desto geringer der Kontrast)
Wenn das Bild und die Schrift nicht genügend Kontrast bieten, schafft ihn euch, in dem ihr mit Licht und Schatten im Bildmotiv arbeitet, dadurch kann zusätzlich mehr Spannung erzeugt werden (in einem der späteren Beiträge gehen wir genauer darauf ein). Setzt die Schrift niemals auf ein unruhiges Bild mit vielen unterschiedlichen Details - auch das verarbeitet unser Auge nur schlecht.

Briefmarkengröße
In Online-Shops muss das Cover im kleinsten Format wirken. Der Titel sollte groß genug sein, dass ihr ihn noch lesen könnt, wenn das Cover nur briefmarkengroß ist.

In einem späteren Beitrag befassen wir uns genauer mit der Typografie.
Wenn ihr bestimmte Dinge wissen wollt, hinterlasst ein Kommentar, dann werden wir darauf eingehen.


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