Schreibblockaden-Samstag

´
Thomas Williams | 28 Dezember 2013 |

Du sitzt vorm Computer und denkst: „Hallo weißes Papier, alter Feind.“
Der schwarze Strich blinkt sich ‘nen Wolf, du hast den Anfang, die Szene, das Ende deiner Geschichte im Kopf, aber es will einfach kein Wort zustande kommen.
Jeder Autor hat seine eigenen Methoden mit Schreibblockaden zurecht zu kommen, deswegen solltest du einfach möglichst viele ausprobieren. Manchmal ist es die, von der du es am wenigsten erwartest.

Was du aber jeden Fall vermeiden solltest ist, dich zum Schreiben zu zwingen. Du kannst die Inspiration nicht hervorzaubern. Wenn es heute nicht läuft, dann vielleicht morgen. Nimm dir den Tag frei und mach was anderes. Irgendetwas, das nichts mit Schreiben zu tun hat. Lies ein Buch, sieh dir einen Film an. Kümmer dich um den Haushalt oder den Garten.
Kurz gesagt: Denk nicht daran zu schreiben. Es hilft dir den Kopf frei zu kriegen. Unterbewusst arbeitet dein Gehirn aber weiter an der Geschichte und wenn du es am wenigsten erwartest, wird die Inspiration zurück kehren. Meistens dann, wenn du gerade wirklich nicht zum schreiben kommst. (Unter der Dusche, beim Auto fahren, etc.)
Oder geh spazieren.
Kein Witz, das hat mir persönlich schon mehrmals geholfen. Eigentlich waren es nur Gänge zum Supermarkt, oder so. Aber auf dem Rückweg konnte ich gar nicht schnell genug wieder am Computer sitzen. Bei einem Spaziergang hast du nichts um dich herum, was dich ablenkt. Du konzentrierst dich nur darauf, irgendwo anzukommen oder entlang zu gehen und dein Kopf wird frei.
In ihrem Survival-Guide hat Jennie einmal geschrieben, dass du den Anfang deiner Geschichte erst mal etwas ruhen lassen kannst, wenn er dir nicht gefällt und du ihn dir in ein oder zwei Tagen wieder ansiehst. So kannst du ebenfalls mit Blockaden umgehen. Schreib, was dir in den Sinn kommt, kümmere dich um etwas anderes und lies es dir später noch einmal durch. Du wirst anfangen Verbesserungen zu machen und steigst wieder in deine Geschichte ein. Dabei entdeckst du Möglichkeiten, wie es weitergehen könnte.
Solltest du schon in der Geschichte drin sein und eine Blockade haben, lies dir den Text ab der Stelle durch, wo es dir schwer fiel weiterzumachen. Oft liegt dort der Grund für deine Blockade. Und manchmal sind es Orte, Personen oder Ereignisse, die dir einfach unveränderbar vorkommen. Doch denk mal drüber nach, du würdest sie entfernen. Was wäre dann? Ist die Nebenfigur vielleicht interessanter als dein Held? Lass sie die Rollen tauschen. Kommst du mit der Umgebung deiner Geschichte nicht zurecht? Verändere sie, oder lass sie an einem anderen Ort spielen.  
Und gib nicht gleich auf, wenn es mal nicht läuft. Hat der Terminator aufgegeben, als Sarah Connor (Nein, nicht die Sängerin!!!) ihm die Beine weggesprengt hat? Nein, er wollte sie immer noch umbringen. Verdammt hartnäckig, oder?
Ich sollte an meinen Vergleichen arbeiten.

Kommentare:

  1. Also das mit dem Laufen kann ich so direkt unterschreiben. Als ich früher noch mit unserem Hund unterwegs war, war ich wesentlich kreativer. Pünktlich um 18:00h ging das kreative Feuerwerk im Kopf los.
    Was ich heute gerne mache: Einfach mal Szenen schreiben, die ein Charakter niemals (mit) machen würde oder ihn in eine Situation bringen, die undenkbar ist. Das gibt unter Umständen interessante Einfälle.

    Was Jennifer Jägers Artikel vom 24.12.2013 angeht, kann ich nur sagen, dass es sich bei mir bewährt hat zuerst zu überlegen wohin man eigentlich möchte und die Geschichte nicht linear von vorne aufzurollen. Ich bastel mit „provisorische Zwischenszenen“ und verknüpfe sie.

    Guter Artikel, Thomas, und deine Vergleiche finde ich super!

    Liebe Grüße
    Nikolas

    AntwortenLöschen