Coverdesign: Farben

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Unknown | 28 Januar 2014 |
Ein Beitrag über Farben? Was soll der Unsinn, werdet ihr denken? Farben kennt ihr alle euer Leben lang, habt sie um euch, in euch und sie begleiten jede Nacht eure Träume, doch das erleben und nachahmen sind zwei verschiedene Dinge.

Farbenlehre hatte jeder von euch in der Schule, sei es im Kunstunterricht, oder in Deutsch, Geschichte, Physik, Biologie und Chemie. Wer nach der Schule etwas im grafischen Bereich gemacht hat, der kann die Farbenlehre auch in und auswendig, ebenso wer gern fotografiert. Die meisten, die einen Computer besitzen, werden zumindest schon einmal etwas von dem RGB- oder CMYK-Modus gehört haben.

Angenehme Nuancen finden
Der Mensch hat die Fähigkeit etwa 20 Millionen Farben zu sehen, die einen Völker mehr, die anderen weniger; und doch trauen sich einige immer noch nicht, ihre Farbpalette zu erweitern. Ein Rot ist nicht nur Rot. Je nach Intensität, Helligkeit und Zusammensetzung kann es vom Feuerwehrrot bis zum zarten Rot von Babylippen haben. Die einen Farbtöne wirken schrecklich penetrant, die anderen sind uns angenehmer. Versucht auf euren Covern keine der Grundfarben aus eurer Paint-Palette zu wählen, sondern mischt eure Farben individuell ab. Schaut in der Natur, was gut nebeneinander aussieht und versucht es nachzuahmen.

Farbkontraste
Farbe-an-sich-Kontrast
Unterschiedliche Farben in ihrer Reinheit. Dieser Kontrast hat eine Fernwirkung und wird oft für Warnschilder, aber auch für wirkungsvolle Plakate genutzt.

Hell-Dunkel
Eins der wichtigsten Kontraste überhaupt. Auf dem Cover könnte das der Kontrast zwischen Licht und Schatten sein. Es muss aber nicht nur schwarz und weiß sein, der Kontrast ist natürlich bei jeder erdenklichen Farbe geeignet.

Warm-Kalt
Warme Farben sind die Gelb- Orange- und Rottöne. Kalte Farben dagegen die Blau- Violett- und Grüntöne. Farben aus beiden Temperaturen ergeben einen wundervollen Kontrast, der super für Emotionen geeignet ist.

Komplementär
Gelb-Violett, Blau-Orange und Rot-Grün sind die Komplementärfarben. Denkt dabei nicht nur an die reine Farbe, sondern auch an die Abmischungen, die oft angenehmer wahrgenommen werden. Vorsicht, bei diesem Kontrast kann es auch zu einem Flimmer-Kontrast kommen.

Qualität
Die reine Farbe ist die qualitativ höhere Farbe. Je mehr weiß oder schwarz in die Farbe gemischt wird, desto mehr wird die Qualität im definierten Sinne herabgesenkt. Doch dadurch kann ein harmonisches Bild entstehen.

Quantität
Hierbei handelt es sich um die Flächengröße der verwendeten Farben. Dabei können die Farben gleichmäßig und somit ausgewogen verteilt sein, was harmonisch wirkt. Jedoch ist es interessanter eine Farbe überwiegen zu lassen.

Simultan
Bei dem Simultan-Kontrast werden die Wechselwirkungen von benachbarten Farben betrachtet. Bei einigen Farbzusammensetzungen kann das betrachtete Objekt an Wirkung verlieren, oder gewinnen. Damit könnt ihr eure Aussage auf dem Cover sogar noch verstärken.

Flimmer
Dieser Kontrast ist wohl der unangenehmste. Oft entsteht er unbewusst, wenn zwei stark konkurrierende Farben in gleicher Farb- und Lichtstärke aufeinander treffen. Dann kommt es zu einem Flimmern. Wenn wir eine dunkelgrüne Verpackung mit knallroten Schrift hin und her bewegen, glauben wir, die Schrift würde wackeln. Dieser Kontrast empfinden wir als störend und deswegen ist er auch nicht für ein Cover geeignet.

Sukzessiv
Bei optischen Spielen wird dieser Kontrast oft verwendet. Man betrachtet ein Objekt, schließt die Augen und hat es immer noch vor dem inneren Auge. Für euer Cover ist dieser Kontrast eher ungeeignet, es sei denn ihr zielt genau auf diesen Effekt ab.

Kombinationen
Um die Kontraste perfekt einsetzen zu können, braucht ihr ein wenig Gespür dafür. Empfehlenswert ist es, durch den Möbelmarkt zu laufen, oder in ein Modegeschäft zu gehen und die Schaufensterpuppen zu betrachten. Dort könnt ihr am besten angenehme, aber auch ausgefallene Farbkombinationen sehen. Werft auch wieder einen Blick in die Natur, dort könnt ihr sofort sehen, was gut zusammenpasst und in welchem Ton genau (Grün ist nicht gleich Grün).

Schatten sind nicht schwarz
Ein Fehler jedes Schülers ist es, im Kunstunterricht zur schwarzen Farbe zu greifen, wenn es um Thema Schatten geht. Vor allem wenn er Gesichter zeichnet, wirkt es alt und gruselig. Dieser Fehler passiert nur, weil wir Dunkel mit Schwarz gleichsetzen. Schatten hat etwas mit der Dunkelheit zu tun und die totale Dunkelheit wird von unserem Auge schwarz empfunden. Doch schaut eure Hände an, sind die Schatten darauf wirklich schwarz? Oder sind es nur schwache Abdunkelungen von Beige? Der Holztisch, hat er im Schatten nicht auch Holzfarben, die nur eine Nuance dunkler sind? Euer Netbook, der Computer, oder euer Handy, würdet ihr sagen, es ist schwarz, oder ist es doch mehr dunkelgrau? Ihr seht, worauf ich hinaus will: Schatten nehmen die Farbe ein, die auch der Gegenstand hat. Besonders auf hellen Gegenständen darf der Schatten nicht Überhand nehmen.

Symbolik
Das ist ein Thema, das vielen am Herzen liegt und die meisten von euch werden mir sofort eine Stimmung für die folgenden Farben benennen können: Schwarz, Blau und Rot. Im Internet gibt es auch unzählige Tabellen mit Bedeutungen und psychologischen Erläuterungen. Alle diese Tabellen und Erklärungen sind interessant, aber das meiste wiederholt sich immer wieder und wir haben grob zu den wichtigsten Farben eine kleine Zusammenfassung  erstellt.

Rot
Feuer, Blut, Lust und Leidenschaft, das sind die Eigenschaften, die dem Rot zugeschrieben werden. Sie kann aber auch Wut, Hass und Impulsivität hervorrufen, vor allem wenn sie mit Schwarz kombiniert wird.

Rosa
Rosa wird mit kindlichen Attributen in Verbindung gebracht, aber auch mit Kitsch.

Violett
Ist die magischste Farbe in unserer Palette und kann auch Geheimnis und Zwielichtigkeit bedeuten.

Blau 
Blau symbolisiert sowohl Vertrauen und Freundschaft, aber durch ihre kalte Eigenschaft auch Trauer, Sehnsucht und Ferne.

Grün
Die hoffnungsvolle Farbe, die in der direkten Verbindung mit der Natur gebracht wird. Grün wird mit Neubeginn gleichgesetzt, mit der Frische, Vitalität, aber auch mit Unreife, Bitterkeit und Gift.

Gelb
Neid ist eine negative Eigenschaft der gelben Farbe, dabei verkörpert gerade diese auch Licht und Wärme.

Gold
Diese warme Farbe wird als prachtvoll, edel und vornehm betrachtet, doch vor allem die junge Generation wird von Gold abgeschreckt und empfindet sie als die verbrauchte Alte-Leute-Farbe.

Silbern
Wirkt kühl, edel und magisch.

Weiß
Weiß trägt die Jungfrau und der weise Mann und steht für Vollkommenheit und Unschuld, für den Anfang und Ehrlichkeit.

Schwarz
Dieser Farbe werden meist negative Eigenschaften zugeschrieben: Trauer, Tod, Einsamkeit. Allerdings steht Schwarz auch für Sachlichkeit, Eleganz und Moderne.
Für das Farbempfinden ist ebenso Übung notwendig, wie für das geschriebene Wort, also geht hinaus in die Welt und erweitert eure Farbpalette.






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