Ideen zuerst einmal reifen lassen

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Thomas Williams | 30 Januar 2014 |

Wie Forrest Gumps Mutter bestimmt niemals gesagt hat: „Eine neue Idee ist wie ein Gratisbuffet. Man kann es nicht erwarten damit anzufangen.“   
Trotzdem solltest du nichts überstürzen, sondern deine Ideen erst einmal notieren und reifen lassen. Sicher gibt es auch tolles Flashfiction und wenn du so etwas schreiben möchtest, ist das okay, aber wenn nicht, hilft es dir bestimmt, dich zuerst auf etwas anderes zu konzentrieren.

Schreibst du gerade an einem oder mehreren Projekten, während dir ein weiteres einfällt? Bring die anderen zuerst zu Ende. Du kannst vorher plotten und Charaktere entwerfen, aber solltest du zu viele Geschichten auf einmal schreiben, kommst du schnell durcheinander und steuerst deinen Planetenzerstörer durch die Liebesszene einer vollkommen anderen Geschichte. So interessant das auch sein könnte, wir wollen es ja nicht übertreiben.

Mehrere Ideen mischen und mit neuen Ideen sofort anfangen

Manchmal kommst du auch bei neuen Projekten erst einmal nicht vorwärts, denn in deinem Kopf existiert eigentlich nur der Plot. Du weißt nichts über die Figuren oder wo das überhaupt hinführen soll (Es sei denn deine Geschichte handelt von Familie Schröder im Supermarkt. Das endet garantiert an der Kasse, wo der jüngste Sohn für den dramatischen Effekt eine Flasche Öl runter schmeißt).

Manchmal lassen sich aus mehreren Ideen eine machen. Daraus entsteht dann etwas viel Besseres, als das, was dir zuerst vorgeschwebt ist.
Ein Tipp, den ich mal gelesen habe war, ist, sofort mit einer neuen Idee zu beginnen, da am nächsten Tag die Begeisterung fort wäre. Das stimmt sogar, aber wer kann schon zu jeder Zeit schreiben? Und wie gesagt, manchmal hat man einfach zu viele laufende Projekte. Es mag ja sein, dass dir dein für dich potenzieller Beststeller am nächsten Tag auf einmal uninteressant erscheint, aber je länger du an ihm arbeitest, desto mehr Ideen kommen dafür und die Begeisterung kehrt zurück. Dann wirst du froh sein gewartet zu haben, denn eine Idee, die dir beim Wort „Ende“ unten drunter vielleicht ganz nett vorgekommen wäre, ist auf einmal viel mehr.

Ideen müssen reifen, damit ihr wahren Potenzial sichtbar wird
 

Vieles landet in der Schublade und das vielleicht, weil wir es einfach zu eilig haben, in diese neue Welt eintauchen zu wollen, die wir gerade erschaffen haben. Selbst wenn es nie zur Veröffentlichung gedacht war, blickt man doch ab und an mit einem etwas mulmigen Gefühl auf diese Werke zurück und fragt sich, ob es nicht hätte besser seien können.  Dann war die Geschichte vielleicht einfach noch nicht reif.

Rom wurde nicht an einem Tag gebaut. Wein und Whisky sind nicht sofort zu gebrauchen und mancher Käse bleibt erst richtig schön an der Zimmerdecke kleben, nachdem er ein paar Jahre gelagert wurde.
So ist das auch mit vielen Ideen.  Sie erscheinen dir großartig, aber ihr wahres Potenzial erschließt sich dir nur langsam. Wenn du sie dir notierst, laufen sie dir nicht weg.
Über die Jahre hat sich bei mir ein kleiner Stapel Notizbücher angesammelt. Nicht alles wird verwirklicht, aber es ist eben nicht alles zu gebrauchen.
Und sogar über meine Texte für diesen Blog denke ich zuerst tagelang nach, bevor ich sie schreibe.
Na ja, eigentlich musste ich mir erst den Spruch mit dem Gratisbuffet einfallen lassen…

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