Coverdesign: Typografie

´
Unknown | 14 Januar 2014 |
Nun habt ihr euch nach langer Zeit für euer Cover-Motiv entschieden und habt viele Stunden, Tage, Wochen, sogar Monate mit der Gestaltung verbracht und das Cover sieht wahnsinnig gut aus - fehlt also nur noch die Schrift. Und da merkt ihr, dass es doch gar nicht so einfach ist. Irgendwie will keine Schriftart so richtig passen, ihr sucht und sucht, schiebt und quetscht, färbt ein, fügt Effekte hinzu und am Ende sieht alles ein wenig überladen aus und von dem tollen Motiv ist kaum noch was zu sehen. Was machen?

Wir möchten euch einige Regeln aus der Typografie zeigen, die Hilft versprechen (einiges habt ihr sicher schon in dem Beitrag Lesbarkeit der Schrift gelesen).

Aussage der Schrift beachten
Einigen Schriften sieht man ihre Epoche an und weckt in dem Betrachter bestimmte Bilder. Werden diese nicht bedient, sei es durch das Cover-Motiv, oder durch den Inhalt des Romans, kann es passieren, dass der Leser sich hintergangen fühlt und das Buch nicht weiterliest.

Anzahl an Schriftarten
Es gibt wirklich tolle Schriften und man will sie am liebsten alle auf sein Cover bringen, doch unsere Empfehlung: 2 Schriften reichen völlig aus, eine Schmuckschrift ist in Ordnung, die andere sollte bodenständiger sein. Diese könnt ihr auch für den Autorennamen verwenden. Wenn ihr mehr Differenzierung braucht, habt ihr die Möglichkeit die Schrift in der Größe zu verändern oder kursiv und fett zu setzen.

Schriften mischen
Die Schriften, die ihr miteinander mischt, sollten zusammen harmonieren, oft erkennt ihr das bereits auf den ersten Blick.
Gut wären:

  • Serifenlose und Serifenschriften
  • gebrochene und runde Schriften der gleichen Epoche
  • Schriften aus einer Familie

Zeilenabstand
Für gute Lesbarkeit ist der Zeilenabstand ganz entscheidend. Vertraut eurem Auge, es erkennt einen zu engen Abstand und empfindend es als beklemmend. Die Zeilen sollten weder aneinander kleben, noch so weit von einander entfernt sein, das man glauben könnte, sie gehören nicht zusammen. 100 - 120 % wird als schön empfunden.

Abstand zu Objekten
Abstand sollte nicht zu gering gewählt werden, Buchstaben brauchen Luft. Vermeidet viele unterschiedliche Abstände. Gleicht sie zumindest optisch aus.

Trennung 
Eine Worttrennung in Büchern ist nichts Ungewöhnliches. Allerdings sieht eine Trennung auf dem Buchcover nicht einladend aus. Sollte es sich nicht vermeiden, denkt darüber nach, ob das Wort zu lang oder die Schriftgröße zu groß gewählt ist.

Die Zeilenlänge
Je länger die Zeile ist, desto kleiner müsst ihr die Schrift nehmen und das führt dazu, dass euer Titel in der Shop-Vorschau nicht mehr lesbar ist.

Ausrichtungen
Unterschiedliche Ausrichtung der Textzeilen muss gut überlegt sein. Sicher kann der Autorenname in einer der vorhandenen Ecken stehen und der eigentliche Titel trotzdem mittig ausgerichtet sein. Aber vermeidet den Titel auf jeder Zeile anders auszurichten, das sieht uneinheitlich und ungewollt aus.

Schriftgröße 
Unterschiedliche Schriftgrößen können die Wahl einer zusätzlicher Schriftart vermeiden und das ist auch gut so, aber zu viele verschiedene Schriftgrößen könnte ebenfalls zu viel des Guten sein. Wählt die Größe mit Bedacht. In erster Linie muss der Buchname gut lesbar sein, Autorenname und Genre kann kleiner ausfallen. Wer einen Zusatztitel hat, kann ihn auch kleiner setzen, aber überlegt, wie viele Abstufungen wirklich notwendig sind.

Hervorhebungen
Hervorhebungen können nützlich sein um das “i-Tüpfelchen” zu setzen. Allerdings ist auch das “i-Tüpfelchen” eine kleine Einheit, was bedeutet, dass ihr auch hier sparsam sein sollt. Wenn am Ende über der Hälfte hervorgehoben ist, verliert dieses Werkzeug seine Wirkung.

Leserichtung
Wir lesen die Schrift von links nach rechts, von oben nach unten. Wenn ihr also die Schriften unkonventionell anordnen wollt, solltet ihr dies beachten, damit die Leser bei eurem Konstrukt nicht etwas völlig anderes sieht, als ihr im Sinn hattet.

Veränderung des Schriftbildes
Dieser Buchstabe ist zu dick, dieser zu hoch und diesen würde ich komplett gegen das aus einer anderen Schriftart austauschen. Bei einigen Schriften würden wir nur zu gern selbst Hand anlegen, um alle Buchstaben so anzupassen, wie sie uns optisch gefallen. Doch leider sieht man das am Ende, dass da etwas nicht stimmen kann.

Fazit
Im Zweifelsfall denkt daran: Schlicht ist besser als pompös.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen