Zeichensetzung #1 - Punkte vermeiden und Kommas richtig setzen

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Carolin Grotjahn | 31 Januar 2014 |
„Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht.“

Wenn es so einfach wäre mit der Zeichensetzung fürs Geschichtenschreiben, dann wäre jeder Autor froh. Allerdings macht die Rechtschreibreform uns da einen Strich durch die Rechnung.
Und etwas Gutes hat die Sache ja auch: Ohne Rechtschreibprobleme gäbe es keine Korrektoren ;)

Da die ganze Rechtschreibreform jedoch sehr umfangreich ist, gebe ich euch nur ein paar Hinweise für die Zeichensetzung mit auf den Weg.

Zuallererst: Als Autor ist nicht das Komma dein bester Freund, sondern der Punkt.
Lange Sätze mit vielen Kommas sind Gift für eine Geschichte.

Da man aber eben doch oft Kommas braucht, hier ein paar der wichtigsten Regeln:


1) Gleichrangige Aufzählungen immer mit Komma (egal ob einzelne Wörter aufgezählt werden, Wortgruppen oder Teilsätze):


Beispiel:
Die Tulpen waren weiß, rot, orange. Ich wollte von jeder Farbe eine pflücken, der Gärtner ließ es (jedoch) nicht zu.

ACHTUNG!
Beispiel: Er hatte kurze, blonde Haare. ↔  Er hatte kurze blonde Haare.
=> Im ersten Fall betont man, dass er „kurze“ und „blonde“ Haare hatte. Im zweiten betont man, dass er „kurze blonde“ Haare hatte.
=> Wenn sich das erste Adjektiv also auf das zweite bezieht, steht kein Komma – sie sind nicht gleichrangig!

2) Sind die gleichrangigen Teilsätze, Wortgruppen oder Wörter durch einen der folgenden Ausdrücke verbunden, dann kein Komma:

Beispielwörter:
und, oder, beziehungsweise/bzw., sowie (= und), wie (= und), entweder … oder, nicht … noch, sowohl … als (auch), sowohl … wie (auch), weder … noch


ACHTUNG!

Beispiel: Er versicherte mir, dass er mir jeweils eine abschneiden würde, und ging dann eine Gartenschere holen.
=> Kommas können auch vor diesen Ausdrücken stehen, wenn ein Nebensatz, ein wörtlich wiedergegebener Satz oder ein Nachtrag zuvor steht.

ANMERKUNG:
Man kann Kommas vor diesen Ausdrücken setzen, wenn man den Satz deutlich gliedern will. Allerdings sollte man das nur im äußersten Notfall machen, weil es schnell als Kommafehler gesehen wird.

3) Nebensätze (erkennbar durch Konjunktionen, Fragewörter, Relativwörter, …), werden immer mit Komma abgetrennt:


Ist der Nebensatz eingeschoben, dann braucht man zwei Kommas – eins vor und eins hinter dem Nebensatz. (Das nennt man „paariges Komma“.)

Beispiel:
Ich roch solange an der roten Blume, aber sie duftete nicht stark. Das fand ich, obwohl ich damit gerechnet hatte, sehr schade.

4) Vergleiche mit „als“ oder „wie“ in Verbindung mit Wortgruppen oder einzelnen Wörtern ohne Komma:


Beispiel:
Allerdings war sie so rot wie Blut. Das beeindruckte mich mehr als erwartet.

ACHTUNG!
Beispiel: Ich fragte mich, wie es wohl sein würde, sie in der Hand zu halten.
=> Nebensätze, die mit „als“ oder „wie“ eingeleitet werden, trennt man mit Komma ab.


5) Die meisten Infinitivkonstruktionen grenzt man mit Komma ab:


Beispiel:
Ich richtete mich wieder auf, ohne den Blick von ihr zu wenden. Ich fasste den Plan, nicht mehr länger zu warten. Ich bückte mich, um sie zu pflücken.


6) Anreden, Ausrufe oder Ausdrücke einer Stellungnahme, grenzt man mit Komma ab:


Beispiel:
„Hey, was tun Sie denn da?“, schrie mich der Gärtner an. „Herr Huber, lassen Sie die Pflanze in Ruhe!“
„Das kann ich nicht tun, leider“, erwiderte ich und riss die Tulpe mitsamt dem halben Stängel ab. „Und danke, ich habe jetzt alles, was ich wollte.“

Wer allerdings noch ein bisschen Auffrischung zum Thema Rechtschreibregeln braucht, der findet die komplette Reform von 2006 hier als kostenlose pdf-Datei: http://www.rechtschreibrat.com/

Und damit rannte ich davon.


Die Gastautorin: Sabrina Schumacher


Mein Name ist Sabrina Schumacher und wurde am 14. Mai 1994 in Bayreuth geboren.
Meinen ersten Roman konnte ich bereits im Alter von 15 fertig stellen, darauf folgte ein weiterer – veröffentlicht habe ich diese jedoch nicht.
Dafür konnte ich schon mit der ein oder anderen Kurzgeschichte überzeugen, was mir nicht nur fünf Veröffentlichungen eingebracht hat, sondern auch einen ersten Einblick in die Verlagswelt.
Darum studiere ich momentan Germanistik, wodurch man mir bereits eine erste professionelle Korrekturarbeit zugetraut hat.

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