Pro & Contra: An mehreren Projekten gleichzeitig arbeiten

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Schreibnacht Magazin | 13 Februar 2014 |
Jeder, der gerne schreibt, kennt das Problem: Ideen prasseln auf uns ein, Szenenschnipsel kreisen in unserem Köpfen herum und Dialogfetzen wollen notiert werden. Das wäre ja alles kein Thema, wenn es sich dabei nur um eine Story handeln würde. Da wir Autoren in der Regel vor Ideen übersprudeln, tritt eine bestimmte Situation früher oder später ein: Man schreibt an zwei Projekten gleichzeitig - oder versucht es zumindest. Aber klappt das so einfach? Jennifer Jäger und Anna Moffey nehmen dieses Thema mal genauer unter die Lupe.

Pro: Jennifer Jäger

Mehr Platz für Ideen: Wenn die Muse einen guten Tag hat, dann passiert es schnell, dass man zu viele Ideen in einen einzigen Plot steckt: Einfach, weil man die Ideen alle gerne umsetzen möchte. Bei mehreren Projekten kann man die Ideen in verschiedenen Plots unterbringen und wirkt so einer Überladung entgegen. 

Gegen Schreibblockaden! Schreibblockaden sind eine weit verbreitete Autorenkrankheit. Oft ist so eine Schreibblockade projektabhängig. Wenn man also bei einem Manuskript nicht weiterkommt, so kann man einfach ein anderes Dokument öffnen und schon fließen die Worte wieder.

Freiraum: Warum sollte man sich ständig unter Druck setzen, um ein Manuskript zu vollenden? Wenn man abwechselnd an verschiedenen Projekten schreibt, so hat man viel weniger Druck, das Projekt zu vollenden. Man schreibt um des Schreibens willen und nicht, um möglichst viele Seitenzahlen zu bekommen oder das Ende eines Buches zu erreichen. So kann man viel entspannter an sein Hobby gehen.

Contra: Anna Moffey

Alles wird so durcheinander: Sowohl die Erzählperspektive, wie auch Zeit und Stil könnten bei mehreren Projekten durcheinander geraten. Charaktere werden immer ähnlicher und drohen austauschbar zu werden. Schauplätze und Geschehnisse der einzelnen Geschichten, zuerst so schillernd bunt und einzigartig, verschmelzen zu einer grauen Masse.

Die Zeit: Man glaubt schon mit nur einem Projekt keine Zeit für Freunde, Familie und den Haushalt zu haben. Das verschlimmert sich bei mehreren Projekten um das Vielfache. Die Zeit muss dann so eingeteilt werden, dass man häppchenweise an den einzelnen Werken arbeitet, was zu Punkt Nummer 3 führt:

Wann verdammt nochmal werde ich fertig? Das Gefühl, nie fertig zu werden, stellt sich ein und pocht schmerzhaft gegen die Brust, so dann man schneller und härter an den Projekten arbeitet und vergisst zu Atem zu holen. Das könnte zu gesundheitlichen Problemen führen und so wird das geliebte Hobby im schlimmsten Fall zu einem Alptraum.

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