Schreib, als wärst du der letzte Mensch auf Erden

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Thomas Williams | 08 Februar 2014 |
Wenn du schreibst, wirst du dir jedes Mal die Frage stellen, ob deine Geschichte jemandem gefällt und so etwas kann bestimmt kein Autor einfach so abschalten.
Aber wenn du dabei bist, dann schreib so, als würdest du die Geschichte nie einem Menschen zum Lesen geben. Stell dir die Geschichte vor, welche du selber lesen möchtest und schreib sie so, wie du sie haben willst.
Du liest Bücher, die anderen gefallen. Da draußen sind also Menschen mit dem gleichen Geschmack wie du und wieso sollte es dir nicht gelingen Geschichten zu schreiben, die sie mögen:
Vergiss den Leser, der dir bei deiner Arbeit über die Schulter guckt. Das macht dich nur nervös, denn ob dein Werk jemandem gefällt oder nicht, wirst du erst wissen, wenn es einer liest.

Jeder Autor muss sich beim Schreiben die Frage stellen, ob das was er da zu Papier bringt, gut genug ist. Ob die Figuren realistisch, die Dialoge lebendig oder der Schreibstil in Ordnung sind (Letzteres ist aber wirklich Geschmackssache) und dafür gibt es Testleser. Du kannst deine Geschichte einem Bekannten geben, aber oft werden die dir keine konstruktive Kritik geben, da sie dich nicht verletzen möchten (Dabei würden sie das nicht einmal tun). Im Internet gibt es viele Möglichkeiten deine Texte Leuten zugänglich zu machen, aber stell nicht deine komplette Geschichte online, sondern nur einen Auszug.
Selbst Beststellerautoren können sich nicht sicher sein, ob das, was sie da gerade schreiben wieder ein Erfolg wird. Klar, ihre Fans werden es kaufen, aber ob sie es auch mögen, stellt sich erst später heraus. Und es sind immer solche dabei, die was zu meckern haben. Aber diese Autoren schreiben wie sie es für richtig halten und feiern damit Erfolge.

Stell dir vor du wärst der letzte Mensch auf Erden und schreib. Es ist niemand da, um dich zu kritisieren. Du kannst die Geschichte schreiben, welche du gerne oder schon immer lesen wolltest.
Und schließ die Badezimmertür ab, wenn du auf Toilette gehst. Nur für den Fall, dass doch noch jemanden bei dir ist. 

Kommentare:

  1. Ich muss mal wiedersprechen: Meiner Meinung nach sollte man sehr wohl den Leser und die Frage, wie es bei dem den ankommt, im Hinterkopf haben, wenn man schreibt. Wie will man sonst mit der Lesererwartung spielen, Spannung aufbauen, Intrigen spinnen, wenn man sich keine Sekunde Gedanken darüber macht, wie ein Leser eine Textstelle auffassen könnte, welche Informationen er daraus ziehen oder nicht ziehen kann, wie die Sympathiewerte des Protagonisten nach der Szene beim Leser aussehen?

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  2. Ich sehe mich selbst als den Leser. Ob er das Buch spannend findet, die Figuren sympathisch rüberkommen und so weiter, ist immer Geschmacksache. Wenn ich schreibe, weiss ich ja nicht, ob es dem Leser gefällt. Aber die Tipps die ich hier gebe, funktionieren eben für mich und wer will, kann sie ausprobieren. Ich komme eben besser damit klar, den Leser auszublenden.

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