Was ist eigentlich ein Exposé und was gehört da rein?

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Thomas Williams | 17 Februar 2014 |
Es war einmal...

Stell dir vor, du bist Verleger und jeden Tag erreichen dich Zuschriften von Autoren, in denen steht, dass sie eine Geschichte über einen Krieg im Weltraum, um Ringe ringende Fabelwesen oder eine Liebesgeschichte auf der Titanic schreiben wollen.
Das mag ja alles interessant klingen, aber das bedeutet noch lange nicht, dass die Handlung auch überzeugen kann oder der Autor die Geschichte von Anfang bis zum Ende fertig gedacht hat.


Wegweisend

Ein Exposé ist deswegen ungemein wichtig. Und tatsächlich nicht nur für die Leute vom Verlag, sondern auch für dich. Ein Exposé beschreibt deine komplette Geschichte. Du lässt dabei nichts aus, damit der Verleger weiß, ob du es auch genug durchdacht hast und du wirst beim schreiben merken, dass vielleicht ein paar Szenen tatsächlich so nicht funktionieren oder mehr Aufmerksamkeit verdient haben als andere. Deswegen ist es gut bei einem längeren Projekt generell ein Exposé zu schreiben, damit du merkst, ob deine Geschichte reif genug ist geschrieben zu werden. Sonst stehst du später vor lauter Plotlöchern, welche dich deprimieren und vielleicht alles hinschmeißen lassen. Änderungen kannst du später immer noch vornehmen (Und glaub mir, das wirst du). Sieh es erst einmal als eine Art Wegweiser, der dir sagt, wo du hin willst. Allerdings: Ohne Dialoge! In einem Exposé kommt keine wörtliche Rede vor, denn wie gesagt, es ist nur ein Abriss der Handlung. 

Was gehört also da rein? 

Wie genau dein Exposé beginnt, hängt natürlich auch von deinem Genre ab. Fantasywelten sollten zuerst einmal vorgestellt werden. Spielt die Geschichte in unserer Welt, kannst du gleich mit dem Ausgangspunkt deines Protas beginnen. Beschreib ihn und sein Umfeld. Und wie für ihn das Abenteuer beginnt. Nicht zu vergessen den Gegenspieler, welcher ja oft interessanter ist als der Held. Was treibt diese beiden an? Was wolle sie erreichen?
Ist es interessant genug darüber einen Roman zu schreiben, oder versuchen sie nur der erste an der Kassenschlange im Supermarkt zu sein?

Es kriselt!

Nun kommen wir zum spannenden Teil der Geschichte. Du hast deine Figuren vorgestellt. Hauptcharaktere, wie Nebenfiguren. Wie entwickelt sich nun die Geschichte? Wie verändert sie deine Figuren? 
Gibt es eine Liebesgeschichte bei der sich zwei Personen näher kommen, oder einen tragischen Tod, der deinen Helden noch stärker antreibt?
Im Grunde erzählst du hier, was im Laufe der Handlung passieren soll. Und das ist einfacher gesagt, als getan, denn wie schon weiter oben erwähnt, wirst du vielleicht auf Plotlöcher stoßen und denken: "Wie bin ich denn jetzt hier gelandet?"
Dieser Mittelteil zeigt sowohl dem Verleger, als auch dir, ob deine Story genug Spannungspotenzial hat, und ob sich damit mehrere Kapitel füllen lassen. Am besten beschreibst du in deinem Exposé ganz einfach, was in diesen Kapiteln passieren soll. So merkst du auch für dich selber, ob es überhaupt ausreichend davon gibt, sonst steht vielleicht später nur "Prolog" und "Ende" auf deinem Papier. 

Ende Gelände, aus die Maus

Und: Ja, du sollst dem Verleger das Ende deiner Geschichte verraten, denn sonst wird er nicht wissen, ob du diese vernünftig zu einem Schluss bringen kannst. Er will sehen, ob lose Fäden übrig bleiben oder das Ende (Und jetzt entschuldige bitte) kompletter Schwachsinn ist. (Hahaaaa! Es war alles nur ein Tram, aber vorher durfte der Leser immerhin 1200 Seiten lesen, bevor er das erfahren hat.)

Was sind also die Zutaten für dein Exposé? 

- Eier. Mehl, Zucker...

Oh, Entschuldigung. Falscher Blog.

- Der Ausgangspunkt, die Charaktere, eine Beschreibung der Welt, in welcher deine Geschichte spielt.  
- Der Konflikt, in welchem sich deine Figuren befinden und wie er sich und sie selber entwickelt. 
- Das Ende, ohne spannenden Cliffhanger oder etwas anderes.

Wenn du fertig bist, wirst du ein paar Seiten vollgeschrieben haben und auch für dich selber sehen, ob diese reichen, um damit zu arbeiten. Du musst es danach nicht sofort abschicken. Schlaf noch drei Nächte drüber und du wirst sehen, dass dir noch weitere Entwicklungen einfallen. 
Der Verleger wird sicher auch ein paar Änderungsvorschläge haben und das ist nichts schlimmes, sondern macht die Sache vielleicht noch interessanter. Sollte er jedoch alles über den Haufen schmeißen und die ganze Geschichte ändern wollen, kannst du davon ausgehen, dass er sie einfach nicht mag und solltest es besser woanders versuchen. 
  

1 Kommentar:

  1. Den Text schicke ich einem gewissen A.I. ;)
    Schöne Beschreibung, du Wortkünstler.

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