Welche Erzählperspektive soll ich wählen?

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Carolin Grotjahn | 12 Februar 2014 |
Es gibt unterschiedliche Erzählperspektiven, die ihr in euren Geschichten verwenden könnt - doch welche genau gibt es überhaupt?
Wir haben für euch mal ein bisschen recherchiert :)

Es gibt im Internet und in Schreibratgebern verschiedene Unterteilungen in Erzählperspektiven. Ich habe mich hier für eine grobe Unterteilung entschieden:

1) Die auktoriale Erzählform:
  • Der auktoriale Erzähler ist nicht Teil der Geschichte, sondern betrachtet alles von außen und weiß alles über die Geschichte (= allwissender Erzähler) 
  • Der Erzähler vermittelt eine direkte Draufsicht auf das Geschehen und zeigt zahlreiche Eindrücke, die bei einer personalen Erzählperspektive nicht möglich wären, weil diese auf den Blickpunkt einer Figur beschränkt sind
  • Er kann das Innere aller Figuren (Gedanken, Gefühle) zeigen  
  • "Ich erklär die Welt"-Erzählweise
2) Die personale Erzählform: 
  • Der personale Erzähler ist von den Geschehnissen direkt betroffen
  • Der Blick auf die Geschichte und die Erfahrungen sind immer auf eine Figur begrenzt (die aber auch mal wechseln kann)
  • Der personale Erzähler ist unsicher und erzählt unter anderem, um sich in der Welt zu orientieren
  • "Was passiert hier?"-Erzählweise
Doch in so gut wie allen Geschichten beschränken sich die Autoren nie komplett auf eine der beiden gegensätzlichen Erzählformen; die Texte siedeln sich meistens irgendwo in der Mitte der beiden Perspektiven an.

Checkliste: Woran erkennt man, in welcher Perspektive man gerade schreibt?

- Wie nah dran ist der Erzähler an der Geschichte?
  • Weit entfernt => Auktorialer Erzähler
  • Nah dran => Personaler Erzähler
- Wie viel kann der Erzähler erklären?
  • "Psychoanalytischer Röntgenblick", der alles erklären kann => Auktorialer Erzähler
  • Er ringt um Erkenntnis => Personaler Erzähler

Bei dieser Unterscheidung in auktorialen und personalen Erzähler achtet man erstmal noch nicht darauf, ob der Text in der Ich-Form oder der Er-/Sie-Form geschrieben ist.
In beiden Perspektiven kann es einen Ich- und einen Er-/Sie-Erzähler geben.

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