Wie bringt man ein Manuskript auf Hochglanz?

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Laura Kleinschmidt | 09 Februar 2014 |
Im Grunde gibt es keine großen Tricks, keine Zauberei, keine große Antwort, die einem einen Aha-Moment schenkt. Manuskriptüberarbeitungen sind nervenaufreibend. Für manche ist das der größte Spaß, andere hassen es. Ich persönlich stehe zwischen den Stühlen, denn obwohl es wirklich eine Menge Arbeit ist, bin ich der Überzeugung, dass in der Endphase ein Projekt auf Hochglanz geschliffen und ihm somit den letzten Pep gegeben wird, um es zu perfektionieren - oder beinahe zu perfektionieren, wie man es nimmt.

Schritt 1: Abstand

Wenn du dein Projekt zu Ende geschrieben hast, rate ich dir eines: Abstand. Wenn du am Tag, nachdem du das Ende verfasst hast, dich sofort ans Überarbeiten setzt, kommt dir eins in den Sinn: "Verdammt, ist das schlecht!" Glaube mir, so geht es jedem Autor. Wichtig ist es, dass du erst einmal ein bisschen Abstand gewinnst, um dein Projekt mit ein bisschen mehr Objektivität betrachten zu können. Wenn das der Fall ist, meistens nach zwei bis drei Monaten, setzte dich an deinen Schreibtisch, auf dein Bett, entweder mit dem ausgedruckten Manuskript oder als Word-Dokument und lese. Laut.

Schritt 2: Laut vorlesen

Wenn du es laut vorliest, werden dir Grammatikfehler und unschöne Sätze leichter auffallen. Währenddessen finden sich Rechtschreibfehler auch einfacher. Je nachdem wie lang dein Manuskript ist, kann es eine Weile dauern. Nervtötend, ich weiß. Du möchtest es sicherlich gerne an Verlage losschicken oder selber verlegen. Das ist verständlich. Doch dir ist nicht geholfen, wenn du es überstürzt.

Schritt 3: Wiederholen

Wenn du mit Schritt 2 fertig bist, nehme dir nochmal einen Monat und korrigiere es dann erneut. Nimm dir Zeit, arbeite gründlich. Qualität ist besser als Quantität. 

Schritt 4: Suche dir jemanden, der über dein Manuskript liest

Hast du jemanden in deinem Umfeld, der über dein Manuskript drüberlesen und dir ein paar Ratschläge geben, sowie dich auf Fehler hinweisen könnte? Jemand Objektives? Ich rate von Müttern, Vätern und besten Freunden ab, die sind oft zu ... biased ... wie sagt man das auf Deutsch? Diese Menschen gehen oft zu schonend mit der Wahrheit um und weisen oftmals nicht auf offensichtliche Fehler hin, die den Lesefluss stören und von einem selbst übersehen worden sind.

Wenn du keinen hast, sei nicht traurig oder entmutigt. Erkunde dich online, zum Beispiel im Schreibnacht-Forum, dort gibt es oft Angebote von Leuten, die sich als so genannte Beta- oder Testleser zur Verfügung stellen. Betaleser sind Leute, die dein Manuskript für dich auf Hochglanz bringen und Rechtschreib- und Grammatikfehler korrigieren und auf Plotlöcher hinweisen. Mache es ihnen jedoch leichter und korrigiere einmal, bevor du es ihnen zusendest. 

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