Die unerträgliche Wichtigkeit des Lesens

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Thomas Williams | 25 März 2014 |
Auch wenn ich nach diesem Text vermutlich von euch mit Fackeln und Heugabeln gejagt werde und die Stadt verlassen und meinen Namen ändern muss, werde ich jetzt hier etwas kontroverses schreiben:
UNTERBEWUSSTE BEEINFLUSSUNG IST NICHT SCHLIMM!!!

Noch alle da? Kein wütender Mob vor der Haustür? Gut, dann kann ich ja weiter machen. Eigentlich geht es in diesem Text darum, wie wichtig es für den Autoren ist, zu lesen. Ohne dieses Hobby hätte nie einer von uns angefangen zu schreiben, denn wir wüssten nichts über das erzählen von Geschichten. Wir hätten keine Ahnung von Charakterentwicklungen, dem Aufbau der Handlung, Spannungsbögen und so weiter. Durch lesen lernen wir immer wieder aufs neue dazu. Wir lernen neue Stile kennen, wie mit Wörtern umgegangen wird, was es bereits gibt und ob unsere Idee nicht in etwa in dieselbe Kerbe schlägt.

Ich wette jeder von uns hat oder hatte ein Idol, wenn es um das Schreiben geht. Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich zu Beginn den Stil eines Autors kopiert habe, aber diese Geschichten wanderten in die Schublade und werden nie das Licht der Welt erblicken. Irgendwo muss ein Autor aber anfangen und wenn er dabei zu Beginn sich etwas abschaut, ist das okay. Es sollte jedoch zu reinen Übungszwecken dienen. Mit der Zeit entwickeln wir einen ganz eigenen Stil aus den vielen Stimmen, die wir bereits gelesen haben und natürlich mit dem, was wir selber lesen wollen.

Und deswegen ist Lesen so unumgänglich, denn wir können ohne Bücher nicht dazu lernen, Dass wir dabei unterbewusst beeinflusst werden fällt uns vielleicht erst hinter her auf, solange es sich in Grenzen hält, ist das aber nicht weiter schlimm. Unsere eigene Stimme sollte die andere überwiegen.

Auch ist es wichtig möglichst unterschiedliche Sachen zu lesen.
Warum?
Stellt euch vor, ihr bekommt jeden Tag das gleiche Marmeladenbrot vorgesetzt. Am besten noch mehrmals täglich, denn wir lesen, schreiben und plotten die ganze Zeit in einem einzigen Genre und langweilt das nicht irgendwann? Glaubt mir, der Leser wird diese Langeweile spüren, denn euer Enthusiasmus ist nicht mehr der gleiche wie zu Beginn. Ihr seid es leid immer nur das gleiche zu bekommen und wünscht euch Abwechslung, deswegen solltet ihr verschiedene Arten von Büchern lesen. Ich gebe zu, dass der Großteil der Bücher in meinem Regal aus Horrorromanen besteht, aber dazwischen sind auch ein paar Thriller. Abwechslung hole ich mir monatlich durch Comichefte, wo ich über Superhelden, Science Fiction Abenteuer, Horrorgeschichten und anderes lese, um mich nicht zu langweilen. Auch halte ich immer wieder Ausschau nach Romanen, die vollkommen aus der Reihe tanzen und mir etwas vollkommen Neues bieten können.
Nur, damit ich mich nicht langweile und weiterhin kreativ bleibe.

Wenn es mal mit dem schreiben nicht klappen will, nehmt ein Buch zur Hand und lest ein paar Minuten. Ihr werdet von eurer eigenen Geschichte abgelenkt und taucht in diese andere ein, dabei entwickelt ihr im Hinterkopf neue Ideen und vielleicht löst sich der Knoten irgendwann. Nicht immer, weil ihr unterbewusst beeinflusst werdet, sondern einfach, weil euer Gehirn sich auf etwas anderes konzentriert als auf euren Plot und aufhört gegen die Wand zu rennen. Lesen entspannt, macht euch lockerer und hilft dabei die eigene Idee fortzuführen. Besonders dann, wenn Welten zwischen eurem Projekt und dem Buch liegen, das ihr gerade lest.


Kommentare:

  1. Haha ja das stimmt. Ich habe auch schon oft eine Stimme auf meiner Schulter gehört ich glaube es war der Rote. "Klau die Stelle aus dem Buch und bau sie etwas um. Das wird keiner merken."
    Tatsächlich habe ich kürzlich ein Hörbuch gehört in dem ein Vergleich vorkahm den ich in meinen Werk verbraten hatte. Er ist aus meinen Kopf entstanden und warscheinlich hat der andere Autor einfach einen ähnlichen Gedankengang gehabt.
    bewusst klauen ist blöd aber ob durch Zufall oder weil etwas gelesenes im Hinterkopf hängengeblieben ist. Jeh mehr man liest um so größer wird die Farbpalette und um so mehr Fraben kann man mischen.

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  2. “Jeh mehr man liest um so größer wird die Farbpalette und um so mehr Fraben kann man mischen.“ Schön gesagt ;-)

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