Rückblenden und Träume - Warum man sparsam mit ihnen umgehen sollte

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Kerstin Middley | 19 März 2014 |
Die meisten literarischen Werke sind meist im Präteritum, also in der Vergangenheitsform verfasst. Viele Autoren bedienen sich jedoch auch der so genannten Rückblende oder Träumen. Die Rückblende, auch Flashbacks genannt, ist eine Erzähltechnik, die es erlaubt, Ereignisse im Nachhinein zu erzählen, die zeitlich weit vor dem bereits Erzählten stattgefunden haben können. 

Spielt beispielsweise das Werk in den Jahren 1933 bis 1945 wird oft auch von Jahren berichtet, die vor dieser Zeit liegen, in diesem Fall der Vorvergangenheit (Plusquamperfekt). Dies bietet sich durchaus an, um bestimmte Zusammenhänge näher zu erläutern und so eine andere, detailliertere Perspektive für den Leser zu schaffen. 

Rückblenden dienen dazu, dem Leser zusätzliche Informationen zu bieten. Um bei dem oben angeführten Beispiel des Romans zu bleiben, der in der NS-Zeit spielt: In diesem Zusammenhang hat es durchaus Sinn, Hintergründe aus den Vorjahren zu beleuchten. Diese dürften zwar gemeinhin bekannt sein, können aber nicht von jedem Leser vorausgesetzt werden. Durch den Inhalt der Rückblende werden allgemeine Zusammenhänge näher beleuchtet. Aber nicht nur geschichtliche Hintergründe, auch die Beziehungen zwischen Romanfiguren können so lebendiger und nachvollziehbarer gemacht werden. Wenn beispielsweise in der Gegenwart zwei Männer verfeindet sind, kann eine Rückblende deutlich machen, wie es dazu gekommen ist. Würde dem Leser diese Hintergrundinformation vorenthalten, die die Feindschaft der beiden Romanfiguren erläutert, würden die Charaktere unter Umständen blass bleiben.

Viele Krimiautoren nutzen gerade bei traumatisierten Verbrechensopfern die Rückblende als Stilmittel. Das Opfer erinnert sich aufgrund des erlittenen Traumas zunächst unter Umständen gar nicht an die Tat selbst und auch nicht an die Zeit unmittelbar davor, bis schließlich über Rückblenden und Flashbacks langsam die Zusammenhänge und unter Umständen auch der mutmaßliche Täter erkennbar werden.

Träume hingegen sind weniger dazu da, den Leser über die Vorgeschichte und bereits geschehene Vorgänge zu informieren. Nein, Träume ermöglichen einen Einblick ins Unterbewusstsein und in die Psyche des Protagonisten. Hier lässt sich aus einem Albtraum zum Beispiel ein schlechtes Gewissen, Stress oder Unruhe herausfiltern.

Obwohl diese Mittel der Erzählung sehr hilfreich sein können und auch Abwechslung bieten sollten die Zeitpunkte und Häufigkeit der Rückblenden und Träume in Büchern oder Texten sehr gut gewählt sein. Trotz hoher Aufschlussreichlichkeit sollten nicht zu viele Rückblenden vorkommen, da das Buch ja schließlich das hier und jetzt beschreiben sollte.

Besonders, wenn das Buch aus der Sicht des Protagonisten ist, sind zu viele Träume unrealistisch. Das kommt daher, dass die meisten Menschen sich nicht an alle ihre Träume erinnern können. Solltet ihr ein Buch über Träume schreiben, sind natürlich mehr Träume erlaubt, aber ihr solltet euch vorher über die verschiedenen Arten von Träumen (z.B.: Klarträumen, etc.) informieren!

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