Vorwort und Nachwort sollten keine wichtigen Elemente beinhalten

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Unknown | 31 März 2014 |
Da habt ihr euer Buch geschrieben und es fehlt noch das Vorwort und ein hübsches Nachwort. Ihr grübelt und schreibt, korrigiert, werft es um und habt am Ende zwei umrandende Texte, die ihr eurem Romantext beifügt. Doch habt ihr auch beachtet, dass nicht jeder Leser das Vorwort, bzw. das Nachwort liest?

Das liegt an unterschiedlichen Gründen. Leser sind daran gewöhnt, Vorworte zu überblättern, um mit der eigentlichen Geschichte zu beginnen. Sie wissen, sie werden der Story auch ohne ein Vorwort folgen können. Oft steht im Vorwort ein Anriss der Geschichte, die der Leser im Laufe des Lesens sowieso vergiss. Meist ist sie auch noch so verschleiert, dass der Leser eher verwirrt wird und das Buch womöglich zur Seite legt. Einige Autoren packen die komplette Historie der Welt des Romans, dabei interessiert es den Leser nicht immer oder er kann ohne Handlung damit nicht viel anfangen. Sicher spielt auch die Zeit eine Rolle, wir leben in einer Gesellschaft, in der die wenige Freizeit optimal genutzt wird, dazu zählt leider auch das Ignorieren von Vorwörtern.

Vorwort

  • muss zur Geschichte passen
  • darf keine wichtigen Informationen enthalten, die vielleicht in der eigentlichen Geschichte fehlen
  • soll keine Ablagefläche für Informationen der neuartigen Welt sein

Braucht ihr ein Vorwort überhaupt? Was nützt ein Vorwort, wenn es kaum jemand liest, oder nur grob überfliegt? Es gibt Leser, die unbedingt ein Vorwort brauchen. Sie wollen in die Geschichte eingeführt werden, bevor es richtig losgeht. Es ist wie der Vorspann in einem Kinofilm, man kann noch mit dem Popcorn rascheln, die Nachzügler haben die Möglichkeit ihre Sitzplätze zu finden und die Gespräche, die in der Werbephase begonnen haben, klingen langsam ab. Der Leser nutzt also das Vorwort, um all seine Sinne auf das Buch vorzubereiten.

Nachwort

  • darf nicht mit der entscheidenden Endszene gleichzusetzen sein: die Geschichte muss im letzten Kapitel abgeschlossen sein 
  • dient lediglich einem Dahinplätschern und Ausklingen der Geschichte
  • ist ein Bonus für die Leser: eine besondere Szene, eine Aussicht in die Zukunft, ein ungelöster Konflikt wird beendet (nicht der Hauptstrang!), ...

Hier wieder der Vergleich mit dem Film. Bei einem Abspann gehen die meisten Kinobesucher bereits hinaus, doch einige, die so gefesselt waren von der Geschichte, bleiben noch da, lauschen der Musik und wollen noch ein paar Minuten in dieser Welt verweilen, bevor sie wieder in die Realität hinaustreten.

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