Zeichensetzung #4 - Ausrufezeichen und Fragezeichen

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Carolin Grotjahn | 10 März 2014 |
Abgesehen vom Punkt gibt es ja noch zwei weitere Satzschlusszeichen: das Fragezeichen und das Ausrufezeichen. Während einen die Fragezeichen durch den Alltag begleiten (selbst wenn es nur gedankliche sind), machen sich die Ausrufezeichen eher rar.
Auch in Geschichten braucht man die Ausrufezeichen eigentlich eher selten. Die Gründe dafür halte ich für simpel – und ihr werdet das auch tun, wenn ich euch aufzeige, wann man dieses Zeichen verwendet.

Das Ausrufezeichen:


1) Aufforderungen (Imperativ):

Will man von jemandem, dass er etwas tut, dann reicht es meistens nicht, einfach nett „bitte“ und „danke“ zu sagen. Vor allem, wenn der Andere es gar nicht tun will. Darum muss man manchmal einfach die Stimme erheben und jemanden (harsch) dazu auffordern:

Beispiel: "Geh und wasch die Wäsche! Heb’ deine Klamotten auf!"

Anmerkung 1:
Wenn ihr den Imperativ benutzt, solltet ihr die verkürzte Verbform nehmen. Von der habe ich ja bereits beim Thema „Apostroph“ schon mal geredet.

Anmerkung 2:
Aufforderungen werden oft mit bestimmten Signalwörtern verwendet. Diese deuten an, dass am Ende des Satzes ein Ausrufezeichen folgen sollte.

Zum Beispiel: "Du bleibst gefälligst hier!" - "Du gehst da nicht raus!"


2) Emotionen ausdrücken:

Wenn man streitet, ist man für gewöhnlich wütend. Und wo kommen öfters Ausrufezeichen vor, als in Streitgesprächen? Wut ist ein Gefühl, dass man meistens mit Ausrufezeichen ausdrückt. Aber auch an das Ende einer Drohung kann es setzen, um diese noch einmal zu verstärken.

Beispiel.: "Du bist so ein Idiot! Wenn du das tust, wirst du deine Familie nie wiedersehen!"


3) Eindringlichkeit vermitteln:

Wenn du jemanden überzeugen willst, dann bedarf es nicht nur logischer Argumente. Oft musst du mit deiner Stimme arbeiten.
Das klappt beim Schreiben natürlich nicht. Und immer bis ins kleinste Detail alles zu beschreiben, muss ja auch nicht sein. Darum gibt es ja die Ausrufezeichen.

Beispiel: "Tu das bitte nicht! Lass es lieber sein!"

4) Schreie:

Schreien mit Punkt … wie oft sieht man das in Manuskripten?
Öfter als ihr denkt. Denn es gibt unterschiedliche Arten von Schreien. Unter anderem mit Signalwörtern nach/vor der wörtlichen Rede (z.B. rufen, schreien, brüllen) oder einfache Ausrufe (z.B. Oh!, Ah!, Igitt! Mist!).
Würdet ihr zum Beispiel "fluchen" als Aussage verstehen? Wohl eher nicht.


Das Fragezeichen:


Wie ihr das Fragezeichen verwendet, das muss ich euch (hoffentlich) nicht erklären. Eine Frage fängt für gewöhnlich mit einem W-Wort (zum Beispiel: was, wer, warum, wie) an. Auch Verben können vorne stehen (zum Beispiel: Gehst du schon?). Beziehungsweise kann man dabei den Satzbau auch verändern (zum Beispiel: Du gehst schon?).

ACHTUNG!
Achtet ihr in langen Sätzen, in denen viele Kommas oder Gedankenstriche vorkommen, immer darauf, dass ihr nicht aus den Augen verliert, dass ihr gerade eine Frage gestellt habt bzw. eine eurer Personen gerade eine Frage stellt?
Habt ihr gemerkt, dass ich das gerade getan habe? Ich wette, ein paar von euch hat das Fragezeichen am Ende gewundert, weil ihr schon gar nicht mehr gemerkt habt, dass ich eine Frage formuliert habe.


Die Ausnahme der Regel:

Beispiel: Was?! Du willst nach Australien auswandern?!

Ja, Fragezeichen und Ausrufezeichen könnt ihr auch hintereinander verwenden.
Allerdings immer in der Reihenfolge: 1.Fragezeichen – 2.Ausrufezeichen. Das kommt daher, dass ihr ursprünglich eine Frage stellen wollt, aber diese soll total entsetzt klingen. Darum wird die Frage eher in einen Ausruf umgewandelt.
Meine Meinung dazu ist, dass ihr dieses doppelte Schlusszeichen schon ab und an mal verwenden könnt. Aber bitte nicht in drei Sätzen hintereinander. Nach dem ersten Mal hat der Leser verstanden, dass der Sprecher total verwirrt und entsetzt ist.


Das war’s …

So, das war es erst einmal von mir hier. Abgesehen von dem Auslassungszeichen (…) habe ich, denke ich, alles so weit erklärt, was die Zeichensetzung angeht. Aber ich bin sicher, den dreifachen Punkt könnt ihr auch selber setzen ;)

Viel Spaß noch beim Schreiben!

Eure Sabrina

Die Gastautorin: Sabrina Schumacher


Mein Name ist Sabrina Schumacher und wurde am 14. Mai 1994 in Bayreuth geboren.
Meinen ersten Roman konnte ich bereits im Alter von 15 fertig stellen, darauf folgte ein weiterer – veröffentlicht habe ich diese jedoch nicht.
Dafür konnte ich schon mit der ein oder anderen Kurzgeschichte überzeugen, was mir nicht nur fünf Veröffentlichungen eingebracht hat, sondern auch einen ersten Einblick in die Verlagswelt.

Inzwischen bin ich überzeugt davon, dass ich dort auch meine Berufung finden werde. Darum studiere ich momentan Germanistik, wodurch man mir bereits eine erste professionelle Korrekturarbeit zugetraut hat.

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