Erzähl doch mal was Neues

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Thomas Williams | 11 Mai 2014 |
Wenn ich eine interessante Ausschreibung entdecke ist das erste was ich tue, mir eine altbekannte Geschichte zu dem Thema auszudenken. Irgendetwas, dass wir schon viel zu oft hatten und was trotzdem immer wieder kopiert wird. So etwas wie: "Treffen sich zwei Jäger. Beide tot."
Das ist schnell geschrieben, aber auch allzu bekannt.

Ich nehme also alles, was mir sofort zu dem Überthema einfällt und schmeiße es dann in den Müll. Danach schaue ich in mein Notizbuch, ob ich nicht etwas habe, was sich auf die gewünschte Geschichte zuschreiben lässt. Oder ich behalte die Idee im Hinterkopf, denn bis zum Abgabetermin ist es oft noch lange hin und wir müssen uns nicht stressen. Das behindert uns nur.

Während ich die Ausschreibung im Kopf habe, denke ich immer wieder daran, notiere Ideen, verwerfe welche und am Ende entsteht vielleicht eine vollkommen neue Handlung. Das Thema mag altbekannt sein und wir müssen das Rad nicht neu erfinden, aber wir können etwas frischen Wind hinzufügen. Etwas, wo sich der Leser denkt, dass es ihm bekannt vorkommt, er es so aber noch nicht gesehen hat. So überzeugen wir nicht nur ihn, sondern auch die Jury welche manchmal hunderte von Geschichten lesen muss und dabei sicher immer wieder auf die gleiche Handlung stoßen wird.

Oft lese ich Anthologien mit bestimmten Überthemen, zu denen sich die Autoren etwas einfallen lassen haben und leider gibt es nur allzu oft diese eine Geschichte, welche gleich mehrmals darin erscheint (Jedenfalls fühlt es sich so an). Wer sich in dem gewünschten Genre auskennt, weiß, welches Thema schon zu oft verwendet wurde. Entweder sollte der Autor es vermeiden darüber zu schreiben oder es eben aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Gibt es da ein altbekanntes Klischee, mit dem man spielen könnte? Wieso die Perspektive nicht mal auf eine ungewohnte Figur lenken?
Habt keine Angst, eure Idee könnte nicht das sein, was der Verleger erwartet. Probiert es einfach aus und denkt euch: "Mehr als nein sagen kann er ja nicht."
Ihr werdet überrascht sein, wie oft das funktioniert und wie befreiend es ist, auf diese Art und Weise zu schreiben. Danach werdet ihr mutiger und eurer Phantasie öfter freien Lauf lassen. 

Lass deine Geschichte diejenige sein, welche dem Verleger und dem Leser noch länger im Gedächtnis bleibt, weil du ihm etwas Neues geboten hast.

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