Rettung in letzter Sekunde soll nicht plötzlich kommen, sondern zuvor angekündigt werden!

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Kerstin Middley | 26 Mai 2014 |
Ja, definitiv schon. Bei dramatischen, spannenden und atemberaubenden Büchern hofft man immer, dass sich am Ende noch alles zum Guten wendet und die Protagonisten glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben.
Natürlich muss nicht jedes Buch ausnahmslos gut enden, man kann die Tragödie auch bis zum Schluss durchziehen - oder weiter denken und ein offenes Ende lassen, im Hinblick auf eine Fortsetzung. 

Sollte man sich aber für ein Happy End entscheiden, sollte man sich das rechtzeitig überlegen und auch rechtzeitig „Hinweise“ einbauen. Wenn über mehrere hundert Seiten alles immer schlechter wird und die Hauptperson durchzudrehen droht, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich mit einem Ruck noch einmal alles zum Guten wendet.


Natürlich sollte man dem Buch nicht die Spannung nehmen, indem man es zu offensichtlich macht, wie es endet, aber wenn sich auf den letzten zehn Seiten noch sehr viel ändert scheint es, als hätte man eigentlich kein wirkliches Konzept beim Schreiben und hätte sich gerade gedacht: „Hey, eigentlich wollte ich doch ganz etwas anderes schreiben“. Es wirft die Frage auf, was sich der/die Verfasser/in wohl dabei gedacht hat. 

Es kann auch so aussehen als wollte man nur endlich fertig werden, um gleich mit einem neuen Buch zu beginnen. Auch wenn man sich wirklich freut, dass das Buch bald fertig ist - was so ziemlich jeder tut, denn ein Buch ist ein sehr langwieriger Prozess - sollte man es den Leser nicht unbedingt merken lassen. Wenn man am Ende eines so langen Werkes steht, neigt man natürlich dazu, das Interesse zu verlieren und alles überhastet zu beenden, um endlich anfangen zu können, zu verkaufen, etc. Aber es ist es definitiv wert, das Buch in aller Ruhe zu Ende zu bringen und dann auch noch ordentlich Korrektur lesen zu lassen und zu bearbeiten. 

Okay, also jetzt fassen wir noch einmal alles Wichtige zusammen:

  1. Ein Happy-End ist nicht Pflicht!
  2. Man sollte rechtzeitig Hinweise für ein Happy End einbauen, um nicht planlos und unorganisiert zu erscheinen
  3. Man muss das Konzept und die Handlung nicht am Anfang des Schreibprozesses festlegen, sollte aber das Happy End früh genug einleiten, oder im Nachhinein ein paar Hinweise einbauen (natürlich NUR, wenn diese nicht zu offensichtlich sind und nicht herausstechen, als würden sie gar nicht hinein passen) 
  4. Lasse niemals einen Leser merken, dass du am Ende des Schreibens übermütig warst

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