Die 6 Denkhüte von De Bono

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Vala Moon | 04 August 2014 |


Edward de Bono ist ein britischer Mediziner, Kognitionswissenschaftler und Schriftsteller. Warum ich euch das erzähle? Ganz einfach:


Edward de Bono hat eine Kreativitätstechnik entwickelt, die sich „Die 6 Denkhüte“ nennt. Bei dieser Technik geht es erneut darum in verschiedene Rollen zu schlüpfen: Weiß, Schwarz, Gelb, Grün, Rot und Blau. Diese unterschiedlichen Rollen stehen für verschiedene Denkweisen und Blickwinkel, die genauer untersucht werden sollen.

Wie bei der Walt-Disney-Methode könnt/dürft, und müsst ihr in die sechs verschiedenen Rollen schlüpfen, die von De Bono vorgesehen wurden. Auch hierbei ist es sinnvoll, sich für jede Rolle einen Tag zunehmen.
Hilfreich ist diese Methode bei der aller ersten Ideen-Findung für ein neues Buch oder zur Ausarbeitung eurer ersten Idee.

Voraussetzung für die 6 Denkhüte ist sehr viel Zeit. Denn ihr könnt diese Methode wieder in einer Gruppe von sechs Personen durcharbeiten oder alleine innerhalb von sechs Tagen.

Jetzt kommen wir zum Hauptteil der Methode, den sechs Denkhüten in unterschiedlichen Farben:

Weiß: Diese Farbe dient dem Sammeln von Informationen. Diese sollen nicht bewertet, sondern gesammelt und verglichen werden. Besonderes sinnvoll ist diese Rolle bei der Entwicklung der einzelnen Charaktere, denn die Farbe Weiß beschäftigt sich hauptsächlich mit Zahlen, Fakten und Daten. Sie ist daher sinnvoll, wenn ihr eure Geschichte nach einem bestimmten Zeitstrang ausrichten wollt.

Schwarz: Passend zu der Farbe, stellt diese Rolle die objektiv negativen Aspekte eurer Handlung dar. Hierbei seid ihr der pessimistische Kritiker und Schwarzmaler. Betrachtet alle wichtigen Punkte in eurer Geschichte und überlegt euch die Risiken. Was könnte der Leser davon halten oder wie könnte er darüber denken. Versucht so viele Ungereimtheiten wie nur möglich aufzudecken, sodass ihr sie im späteren Verlauf der Geschichte nicht mehr beseitigen müsst. Wichtig hierbei ist jedoch, dass ihr eure persönlichen Gefühle nicht mit einfließen lasst.

Gelb: Gelb steht für den realistischen Optimismus. Hierbei werden die positiven Aspekte eurer Geschichte beleuchtet. Was ist alles gut daran, welche Kapitel oder Szenen werden euch leicht fallen und wie könnt ihr sie vielleicht sogar noch etwas verbessern. In dieser Rolle könnt ihr euch auch realistische Ziele stecken und darüber klar werden wie möchte ich dieses Buch schreiben: frei von jedem Zwang oder will ich es in einer bestimmten Zeit fertig geschrieben haben. In dieser Rolle ist es gar nicht so wichtig neue oder bessere Ideen zu entwickeln, sondern euch selbst zu motivieren und auf die Geschichte vorzubereiten.

Grün: Der grüne Denkhut steht für Innovation und Neuerungen. Während ihr in diese Rolle schlüpft, dürft ihr über alle nachdenken und philosophieren, euch sind absolut keine Grenzen gesetzt. Hierbei geht es hauptsächlich darum, die bereits entwickelten Ideen neu zu überdenken oder gar darüber hinauszudenken. Ihr sollt euch selbst oder die anderen die mit euch zusammen diese Methode testen zum Widerspruch reizen. Neue Ansätze sollen entdeckt werden und vielleicht findet ihr ja noch ein paar bessere Ideen.

Rot: Wie man vielleicht vermuten könnte, steht die Farbe Rot für Emotionen. Hierbei sollen und dürfen Gefühle zugelassen werden. Es sollen die persönlichen negativen, aber auch positiven Gefühle betrachtet werden. In dieser Rolle könnt ihr euch noch einmal die einzelnen Punkte, die ihr ausgearbeitet habt, ansehen und überlegen, wie ihr dazu steht, welche Meinung ihr selbst vertretet. Fühlt ihr euch mit einer bestimmten Wendung im Plot unwohl, so könnt ihr sie hier immer noch ändern (natürlich geht das später auch noch) und anpassen.

Blau: In dieser Rolle wird für Ordnung gesorgt. Alles wird sortiert und strukturiert. Hierbei gelangt ihr auf eine Art Überebene von der aus ihr den ganzen Prozess sozusagen von oben betrachten könnt, um neue Strukturen zu erkennen. Es ist wichtig sich zu sortieren, bevor man beginnt, ein Buch zu schreiben. Natürlich können auch spontane Ideen ein richtig tolles Ergebnis erzielen, das ist unbestreitbar richtig und doch sollte eine gewisse Struktur in den Gedanken vorhanden sein.

Um vielleicht speziell herauszukristallisieren, könntet ihr für jeden Tag und jede Farbe ein entsprechendes Kleidungsstück in der Farbe tragen oder zum Beispiel nur gelbe Dinge essen (bei Schwarz, Weiß und Blau könnte das etwas schwierig werden).

Das Schöne bei den 6 Denkhüten ist die Möglichkeit diese Methode sehr frei zu gestalten. Probleme werden dabei von allen Seiten betrachtet und können so schneller gelöst werden.
Was ihr euch allerdings zu Herzen nehmen solltet ist: Diese Methode bedarf es an Übung. Daher solltet ihr sie vielleicht am Anfang mit kleineren Projekten testen, ehe ihr euch an etwas Großes wagt.

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