Wintersturm mit dünnem Kleidchen - Kleidung dem Protagonisten und dem Ort anpassen

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Lini | 01 September 2014 |
Der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail. Und besonders als Autor tappt man öfter mal in die Falle. Sei es wenn man, wie ich, am liebsten die Geschichten ohne Planung entstehen lässt, oder wenn man seine Aufzeichnungen beim Schreiben nicht immer gleich zur Hand hat.

Ein besonderes Augenmerk möchte ich in meinem heutigen Beitrag auf das Thema „Kleidung“ legen, die zwar meistens als relativ unbedeutend erachtet wird, man sollte ihr jedoch auch nicht zu wenig Aufmerksamkeit schenken.

Stellen wir uns mal folgendes Szenario vor:

Eure Hauptfigur nimmt an einem Winterball teil. Draußen ist es eisigkalt, drinnen verbreiten alte Kaminöfen eine wohlige Wärme. Der Ballsaal ist beleuchtet mit abertausenden von Kerzen die den Raum in ein oranges Licht tauchen. Eure Protagonistin trägt vielleicht ein weinrotes, rauschendes Ballkleid ohne Ärmel, dazu zu ein paar schwarze, hohe Schuhe.

Sie feiert zusammen mit den anderen Ballgästen, tanzt, lacht und hat Spaß. Vielleicht macht ihr auch der ein oder andere männliche Teilnehmer Avancen.

Doch plötzlich tauchen zwielichtige Gestalten auf, die eure Hauptfigur schon seit einiger Zeit verfolgen und fangen wollen. Diese ergreift also die Flucht.



Gut… zu diesem Zeitpunkt eurer Geschichte hat sie keine andere Möglichkeit als sofort und auf der Stelle abzuhauen, ohne sich vorher umzuziehen, denn jeder der schon mal ein solches Kleid anhatte weiß, dass man da nicht so ohne weiteres schnell und einfach wieder rauskommt. Außerdem bleibt da noch das Problem der Wechselkleidung.

Aber mal weiter im Text.

Eure Protagonistin läuft weg, rennt so lange bis sie sich in Sicherheit glaubt. Findet vielleicht Unterschlupf bei jemandem den sie kennt. Sie wärmt sich auf, duscht heiß oder nimmt ein Bad.

Manchmal ist man beim Schreiben geradezu in einem Rausch und tippt tausende von Wörtern hintereinander weg.

Lasst ihr euren Charakter jetzt zum Beispiel weiter fliehen, vergesst nicht, dass sie vorher ein Ballkleid trug. Unauffällig wäre etwas anderes…

So, nun habe ich meinen ersten Punkt ausführlich und für manche nicht unbedingt nachvollziehbar erklärt, ich hoffe der ein oder andere konnte mir trotzdem folgen.

Der zweite Punkt den ich noch – wesentlich kürzer – ansprechen möchte ist die typgerechte Kleidung. Denn bei der Kleidung spielen – gerade was die Mädchen betrifft – einem die Gedanken auch gerne mal ein paar Streiche. Da zieht man doch seinem Charakter am liebsten das an, was man sich selbst vielleicht einmal gerne kaufen würde. So wie im ersten Punkt zum Beispiel das weinrote rauschende Ballkleid mit Bandeauausschnitt. Vielleicht noch hier und da ein bisschen Glitzer und Brokatstoff
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Doch würde das nicht ziemlich komisch kommen, wenn ihr vorher eure Hauptfigur als burschikos, Gammlerin und Skatergirl beschrieben habt?


Eigentlich lässt sich zusammenfassend nur so viel sagen: Schaut darauf, dass die Kleidung zum Ort und zum Charakter eurer Hauptfigur passt. Denn oft sind es Kleinigkeiten, die den Leser stören und die Geschichte in sich nicht stimmig machen und an so etwas wie der Kleiderfrage soll es doch am Ende nicht scheitern, oder?


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