Romanüberarbeitung #3 – Handlung und Spannung

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Sabrina S. | 12 Oktober 2014 |
So langsam geht es doch mit der Überarbeitung voran, oder? Wenn man sich sowohl den Formalitäten als auch den Charakteren gewidmet hat, kann man nun endlich zur Handlung übergehen. Denn wenn die Figuren diese nicht bereits von selbst irgendwie in die Hand genommen haben, dann ist es umso wichtiger für den Autor, alles sinnvoll und logisch zu gestalten.


Doch das ganze Handlungsgerüst hängt nicht nur von der Logik der Ereignisse ab. Als Autor muss man sich stets bewusst sein, was man ausdrücken will. Oder welche Ziele man verfolgt. Erst dann kann man erkennen, ob möglicherweise etwas fehlt oder ein eigentlich unwichtigerer Nebenstrang zu stark ausgebaut wurde.

Es gibt viele Faktoren, auf die man im Bezug auf die Handlung achten sollte. Hier ein paar unumgängliche Fragen:

  • Passieren die Ereignisse in der korrekten Reihenfolge? Ist alles chronologisch richtig aufgebaut?
  • Versteht der Leser alles, was er liest? Sind zu wenig oder zu viele Erklärungen vorhanden, die den Lesefluss stören könnten?
  • Beschreibe ich zu viel? (Leser wollen sich Umgebungen vorstellen können, aber gleichzeitig ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Weniger ist also manchmal mehr!)
  • Habe ich darauf geachtet, dass ich meine Genregrenzen nicht zu weit übertrete? (Alles außerhalb von fantastischen Romanen muss den Naturgesetzen entsprechen!)

Wenn die Fehler im Bezug auf die Richtigkeit der Geschehnisse ausradiert wurden, sollte man der Spannungskurve widmen. Das bedeutet nicht, dass man zwingend ein Diagramm zeichnen muss, in dem festgelegt wird, welche Szene wie spannend ist (obwohl das als Übung sicherlich nützlich wäre). Aber besonders in Krimis und Thrillern sollte dringend darauf geachtet werden, dass nicht die Gefühlsduselei im Mittelpunkt steht. Denn die Leser dieser Genres erwarten eher Spannung als Emotionalität. Sie wollen überrascht statt gerührt werden. Im Bereich der Fantasy ist das schon kniffliger, da sich die leicht mit Romance vermischt. Darum wäre es ratsam, bei Fantasy zweimal drüber zu gehen über die Spannung – einmal im Bezug auf die fantastischen Konflikte und einmal wegen der zwischenmenschlichen Beziehungen.
Hier einige Anregungen:

  • Stehen die spannendsten Ereignisse an den richtigen Stellen?
  • Fehlen Andeutungen und Anzeichen für Dinge, die sich möglicherweise in Zukunft ereignen könnten? Oder verrate ich vielleicht schon zu viel? (Lieber sparsam mit Andeutungen umgehen oder sie sich im Nachhinein als falsch erweisen lassen, sonst nervt es die Leser, dass die Protagonisten nicht sehen, was man selbst schon längst erkannt hat.)
  • Gibt es auch die ein oder andere zwischenmenschlich spannende Szene? (Auch Eifersucht, Streit und Liebe können Spannung erzeugen – aber in oben genannten Genres dosiert damit umgehen!)

Alles in allem hängen Handlung und Spannung erst einmal vom Genre ab. Wenn man einen Roman beendet, durfte eigentlich ziemlich klar sein, in welchem man sich bewegt. Davon abhängig muss man sich als Autor unterschiedliche Fragen stellen. 
Grundsätzlich gilt aber immer: Logik und Spannung immer aufrechterhalten! Am besten nach dem Prinzip: Show don’t tell!
Dann kann eigentlich fast gar nichts mehr schief gehen.

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