Warum ist es sinnvoll in Romanen, sich selbst zerstörende Geheimbotschaften zu verwenden?

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Tinka Beere | 14 Oktober 2014 |
In Kriminalromanen kommt es vor, dass Beweisstücke verbrannt werden. In Liebesromanen wird der Brief des Liebsten verbrannt, weil sie ihn nicht mehr sehen möchte. Doch immer bleibt ein Häufchen Asche über und wenn die Technik in der Geschichte ausgefeilt genug ist, dann kann die Nachricht ganz einfach wieder rekonstruiert werden. Vielleicht kann man auch mit unsichtbarer Tinte oder Geheimschriften arbeiten, aber auch diese können mit dem nötigen Know-How entschlüsselt werden.

Ab und an sieht man in einem Film, dass sich eine Nachricht einfach in den Mund gestopft und runtergeschluckt wird. Doch ich glaube, diese Methode ist auch nicht gerade die Beste – spätestens auf dem Seziertisch kommt man wieder an die Nachricht heran. Nach all diesen abenteuerlichen Möglichkeiten, scheint zerreißen oder zerschneiden auch nicht die beste Methode zu sein.

In einer magischen Welt hat man die Möglichkeit, die Botschaft zu verzaubern. Ob sie sich nun in Luft auflöst, verpufft, verbrennt, sich selbst zerreißt – alles ist möglich und da Magie im Spiel ist, erscheint es unwahrscheinlich, dass diese Nachricht noch einmal gelesen wird. 

Agenten haben sogar die Technik auf ihrer Seite. Einen Chip zu programmieren, der sich selbst löscht oder nach dem Lesen der Botschaft durch einen Virus zerstört wird, sollte kein Problem sein. Egal in welchem Genre – sich selbst zerstörende Geheimbotschaften haben ihren Reiz und auch den selben Zweck. Sie schützen Absender und Empfänger, da nun kein Beweis mehr vorhanden ist. Spektakulärer und faszinierender sind sie auf jeden Fall, da sie fern von unserer Wirklichkeit sind. Einmal zerstört lassen sie sich in den seltensten Fällen wieder rekonstruieren und auch das erzeugt im Roman Spannung, denn es heißt ja nicht, dass nur die gute Seite solche Botschaften verwendet. Findet der Detektiv einen leeren Datenträger von dem er weiß, dass sich darauf ein wichtiger Hinweis eines Komplizen befand, wirft dies neue Fragen auf: Wie kommt er nun an diese Informationen? Und wird er sie überhaupt bekommen?

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