Drachen, Königskraut und Molchsauge: Flora und Fauna

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Kerstin Middley | 02 November 2014 |

Was ist Weltenbau? Im Grunde hat jeder, der eine Geschichte schreibt damit zu tun. Darunter versteht man lediglich, dem Leser den Ort des Geschehens zu schildern, also quasi das Bühnenbild zu erklären. Ob man nun nur das Wartezimmer eines Arztes, oder eine komplette neue Welt entwirft und beschreibt, bleibt ganz gleich – es ist nicht nur ein Phänomen des Fantasy-Genre.


Bekannte Weltenbauer sind zum Beispiel George Martin (Das Lied von Eis und Feuer / Game of Thrones), J.K. Rowling (Harry Potter) oder James Joyce (Odyssee).

Sie haben in ihren Köpfen Welten erschaffen und zu Papier gebracht.

Wenn man im Weltenbau überzeugen will, sollte man abgesehen vom Fantasy eher realistisch bleiben und seine Vorstellungen an die Naturgesetze und Evolutionsregeln anlehnen.
Natürlich kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen, aber es wäre sehr unglaubwürdig, Äpfel in Sträuchern und Gurken auf Bäumen wachsen zu lassen. Jegliches Schöpfen brauche Gesetze und Regeln.

Natürlich muss man sich nicht stunden oder tagelang mit Wikipedia-Seiten oder Sachbüchern herumschlagen, der durchschnittliche Leser weiß ja auch weiß Gott nicht alles, aber die Dinge sollten bis zu einem Gewissen Grad ihre Richtigkeit haben.

Ein sehr bekanntes Fettnäpfchen ist das Antarktis-Arktis, Pinguin-Eisbären- Dilemma.

Durch schlecht oder falsch formulierte Texte bzw. schlampige Recherchen kann man den Leser sehr leicht verwirren. Bei der Beschreibung geht es nicht nur um Aussehen und Herkunft von Pflanzen, bzw. Tieren, es geht auch um deren Gewohnheiten, Verhalten und Kommunikation.

Worauf man besonders achten sollte, auch bei Fantasy, ist die Notwendigkeit gewisser Dinge. Ein Pferd hat vier Beine. Hat es nur drei, fällt es um, hat es fünf stellt sich die Frage, ob dieser das Tier nicht stören würde, es würde eine neue Methode entwickeln müssen, mit dem zusätzlichen Bein zu gehen.

Ebenfalls ist es extrem wichtig, zu beachten, dass Tiere und Pflanzen nicht nur untereinander agieren, sondern auch mit der Umgebung. Man darf niemals die Biologie außer Acht lassen.

Pflanzen, Tiere und Umgebung beeinflussen die Geschichte und die Stimmung sehr, es ist also wichtig, sich einige Gedanken zu machen. Die Umgebung braucht nicht nur Aussehen, sondern auch Beschäftigung. Tragen Pflanzen und Tiere zur Handlung bei und bewegen sich oder sind sie eher unwichtige Nebencharaktere?

Für mich ist Flora und Fauna designen wie eine Sucht, ich liebe es, Orte zu beschreiben.

Aber für die weniger Motivierten hier noch eine kurze Zusammenfassung der wichtigen Punkte:

  • Realistisch bleiben
  • Nicht übertreiben, weniger = mehr
  • Gut informieren und recherchieren
  • Nicht nur Aussehen, auch einen Lebenssinn geben



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