Kreativität? Was ist das überhaupt?

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Vala Moon | 05 Dezember 2014 |
In den letzten Beiträgen von mir habe ich euch ein paar Kreativitätsmethoden näher gebracht, heute möchte ich überlegen, was ist Kreativität überhaupt? Viele Menschen haben schon viel über diesen Begriff gesagt und versucht ihn zu definieren. Doch wie gut ist ihnen das gelungen?

Im Duden steht unter der Bedeutung von Kreativität folgendes:
Kre-­a­-ti­-vi­-tät, die
Wortart: Substantiv, feminin

Bedeutung:
1.   (bildungssprachlich) schöpferische Kraft, kreatives Vermögen
2.   (Sprachwissenschaft) mit der sprachlichen Kompetenz verbundene Fähigkeit, neue, nie gehörte Sätze zu bilden und zu verstehen.

Wussten Sie schon?
Dieses Wort stand 1973 erstmals im Rechtsreibduden.

Synonyme
Einfallsreichtum, Erfindungsgabe, Fantasie, Genie, Intelligenz

Doch was heißt das jetzt? Was ist Kreativität? Klar ist bis jetzt: Man kann es NICHT essen, leider.

Wikipedia sagt Folgendes dazu:
Kreativität wird ganz allgemein als die Erschaffung neuer und brauchbarer Formen definiert.

In einem Wirtschaftslexikon heißt es:
Kreativität bezeichnet in der Regel die Fähigkeit eines Individuums oder einer Gruppe, in fantasievoller und gestaltender Weise zu denken und zu handeln. 
- Prof. Dr. Günter W. Maier, Prof. Dr. Martin G. Möhrle, Prof. Dr. Dieter Specht 

Der Autor Jens Harmeier beschreibt die Kreativität in seinem Buch „Originelle Kreativitätstechniken“ wie folgt:
Unter Kreativität wird die Fähigkeit eines Menschen verstanden, Kompositionen, Produkte oder Ideen hervorzubringen, die in wesentlichen Dingen neu sind und dem Schöpfer vorher unbekannt waren. Sie kann sich durch das Denken in Vorstellungen oder in der Zusammenfügung von Gedanken ergeben, wobei das Ergebnis mehr als eine reine Aufsummierung des bereits Bekannten ergibt. 
aus: Originelle Kreativitätstechniken von Jens Harmeier, erschienen 2009 bei WEKE MEDIA & Co. KG

Es gibt noch unglaublich viele Definitionen zum Thema Kreativität und alle sagen sie in etwa das gleiche. Kreativ sein ist ein Schaffensprozess. Selbst wenn man sich nur hinsetzt und über alles Mögliche nachdenkt.

Bereits bevor ich angefangen habe zu schreiben, begann der kreative Prozess und bei speziell diesem Artikel hat er sehr, sehr lange gedauert.

Manche erstellen sich aufwendig Konzepte, ehe sie mit dem Schreiben beginnen. Ich dagegen schreib meistens einfach drauf los und überlege nicht lange. Jetzt denkt ihr wahrscheinlich (zurecht), und die will uns was über Kreativitätstechniken erzählen?

Ja, das will die.
Kreativität wird von jedem anderes ausgelebt und empfunden. Manche Sagen zum Beispiel ein schwarzer Klecks auf einem weißen Hintergrund ist Kunst und sehr kreativ.
Kreativität lässt sich auch nicht immer leicht ausleben. Manchmal will es einfach nicht so wie wir uns das Vorstellen und ein andermal kommen wir kaum mehr mit dem Tippen hinterher vor lauter Ideen.
Kreativität ist eine Gabe, die wir nicht ungenutzt lassen sollten. Doch wie wir sie ausleben, bleibt ein jedem selbst überlassen.

Eine kreative Idee ist nur eine Idee, so lange daraus keine Taten folgen. 
Du musst handeln, sonst bist du nicht kreativ.

Glen Hoffherr

Ich finde das Zitat sowohl passend als auch sehr inspirierend. Wir handeln vielleicht nicht immer sofort und lassen die Idee reifen und wachsen, um wirklich so gut zu werden, dass wir sagen, es reicht für ein ganzes Buch. Doch ist es nicht jede Idee wert, zu einem Text gemacht zu werden (wahlweise natürlich auch Bild, Musik oder andere kreative Möglichkeiten sich auszutoben)? In gewisser Weise ja. Denn jede Idee, die wir haben und verwerfen, bringt uns ein Stück näher ans Ziel.

Kreativität ist ein sehr abstrakter Begriff, wie man an den Definitionen die oben aufgeführt sind bereits erkennen kann. Wir sind kreativ in dem Wir schreiben, Figuren zum Leben erwecken und ganze Welten erschaffen. Wobei der letzte Satz eher so klingt, als sei er aus einer Werbung für ein Fantasy-Rollenspiel.  

Kreativ sein ist definitiv nicht das, was ich die letzten zwei Monate mit diesem Artikel veranstaltet habe … Noch immer wünschte ich, Kreativität könnte man essen oder sich einfach so besorgen und dann loslegen. Doch so ist es nicht. Kreativität ist ein Prozess, der manchmal länger und manchmal weniger lang dauert. Es gibt Momente da reicht ein kleiner Anstoß und unsere Kreativität wird geweckt und wächst in einem Ausmaß, das wir uns an anderen Tagen nicht einmal im Traum vorstellen können.

Kreativität ist etwa Wunderschönes, denn sie macht uns noch einzigartiger als wir bereits sind.
Sie ist nicht greifbar. Wir arbeiten jeden Tag damit und doch ist es nichts, was wir einfach auf die Schnelle erklären können.

Für mich ist Kreativität etwas, das sich nicht wirklich steuern lässt. Manchmal kommen Ideen in den unpassendsten Momenten und dann gibt es Tage, an denen man gezielt nachdenkt und zu tollen Ergebnissen kommt.

Ich wünsche euch viel Kreativität und auch viel Ausdauer um jeden eurer kreativen Prozesse so beenden zu können, wie ihr euch das wünscht.

1 Kommentar:

  1. Schöner Artikel. Ich hätte mir nur einen knappen Schwenk zu den Kreativ-Techniken gewünscht (Aktivierung der linken Gehirnhälfte, wo die Kreativität ja praktisch sitzt) um eine runde Sache draus zu machen.
    Und einen Abschnitt fand ich einen mehr oder weniger gewagten Griff ins Klo: "Kreativität wird von jedem anderes ausgelebt und empfunden." Bis dahin alles klar, aber dann: "Manche Sagen zum Beispiel ein schwarzer Klecks auf einem weißen Hintergrund ist Kunst und sehr kreativ. Der Meinung bin ich zum Beispiel nicht."
    Wer zuerst behauptet, Kreativität werde von jedem anders ausgelebt, sollte sich kein Urteil darüber erlauben, was letztendlich kreativ ist und was nicht. Es wirkt hier zudem argumentativ unsauber, weil das kreative Produkt und die Kreativität selbst durcheinander gebracht werden - dabei sind das zwei völlig unterschiedliche Dinge. Klar, es ist nicht schwierig einen schwarzen Klecks auf eine Leinwand zu setzen, aber es kann dennoch eine kreative Idee dahinter stecken. Mir würden da spontan gleich mehrere Sachen einfallen, z.B. Ausdruck der sozialen Isoliertheit des Individuums in der Gesellschaft, Der Blinde Fleck des Konstruktivismus, Selbstüberschätzung usw.
    Nur, weil etwas nicht kompliziert zu machen ist, ist es deshalb noch lange nicht weniger Kreativ - damit würdest du ja auch deiner Argumentation im Rest des Textes widersprechen. Wenn Kreativität v.a. Handeln ist, ist es ja prinzipiell egal, welche Handlung konkret gemeint ist.
    Daher würde ich den Satz "Der Meinung bin ich zum Beispiel nicht." löschen, weil dein Text sonst echt an Glaubwürdigkeit einbüßt. Wenn du nicht genug von einer bestimmten Kunstform verstehst, hilft es deiner Argumentation wenig, diese als vermeintliches Negativbeispiel anzuführen.

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