5 Quick-Tipps um mehr Zeit zum Schreiben zu finden

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Tinka Beere | 11 Dezember 2014 |
Die von Hobby-Autoren und hauptberuflichen Autoren am meisten genutzte Ausrede ist wohl die, dass sie nicht genug Zeit zum Schreiben haben. Aber wenn ich mich so in manchen Gruppen für Autoren auf Facebook umschaue, dann haben einige sehr wohl Zeit auf anderen, am liebsten Jungautoren, herumzuhacken. Vielleicht sind das aber auch nicht jene Autoren, die über Zeitmangel jammern.

Diesen Artikel schreibe ich für jene, die wirklich mehr schreiben möchten, aber nicht dazu kommen, und auch für mich, denn ich muss mich selbst auch immer wieder daran erinnern, dass ich doch mehr Zeit zum Schreiben nutzen möchte. Ich glaube, dass den Meisten von euch (und auch mir) schon mehr Zeit zum Schreiben bleibt, wenn sie ihre Gewohnheiten ändern. Ich möchte euch nun einige Anregungen geben, was ihr an eurem Alltag ändern könnt.

1.   Fernsehen

Seit einigen Jahrzehnten ist das Fernsehen aus vielen Alltagen nicht mehr wegzudenken. Am laufenden Band wechseln sich Serien, Nachrichten, Dokumentationen, Filme und Werbung ab. Rund um die Uhr kann man sich also dauer beschallen lassen. Doch ist das wirklich wichtig genug, um euch vom Schreiben abzuhalten?

Zunächst einmal steht die Frage im Raum, warum siehst du fern? Möchtest du dich mit dem Nachmittagsprogramm von RTL erheitern, mit Nachrichten immer auf dem Laufenden bleiben, dein Wissen mit Dokumentationen erweitern? Natürlich kann man jedes noch so unterirdische Format bei RTL als Recherche verteidigen, aber mal ehrlich, wie viele Charaktere sind aus dieser Inspiration entstanden? Für Filme, Serien und Dokumentationen habe ich Verständnis, aber wäre es nicht sinnvoller in eine Festplatte zu investieren, um die Dinge, die man schauen möchte aufzunehmen und später zu schauen? Natürlich kann man diese auch im Internet gucken oder sich die Filme auf DVD holen. Statt Nachrichten zu konsumieren, wie sie kommen, kann man sie lieber gezielt im Internet nachlesen. Übrigens ist Richard Norden genau wie ich der Meinung, dass Promi-Klatsch nicht zu Nachrichten gehört.

Das Schlimmste am Fernsehen ist eigentlich die Werbung, teilweise unverschämt lang dehnt sie einen Film von 90 Minuten auf 120 Minuten, vielleicht sogar mehr. Mit DVD's umgeht man dieses Problem und auf einer Festplatte mit aufgenommener Werbung kann man sie einfach durch Vorwärtsspulen überspringen.

PS: Ich habe jetzt seit über 14 Monate keinen Fernsehanschluss mehr und lebe noch. ;)

2.   Soziale Netzwerke

Sicherlich habt ihr selbst schon gemerkt wie viel Zeit ihr auf Facebook, Twitter und Co. verplempert. Mittlerweile finde ich es angenehmer, E-Mails zu bekommen. Ich kann lesen und antworten wann ich will und niemand sieht, wann ich die Nachricht gelesen habe. So kann mich mein Unterbewusstsein nicht zwingen, direkt zu antworten. Ich kenne es ja selbst, das man enttäuscht ist, wenn nicht gleich geantwortet wird.

Ist es nicht erschreckend wie schnelllebig die Zeiten geworden sind und wie sehr man sich von der Technik á la gelesen um ... beeinflusst wird? Darum ist es sinnvoller sich Zeit für soziale Netzwerke zu nehmen, während die restliche Zeit anderen, wichtigen Dingen, vielleicht sogar dem Schreiben gewidmet werden kann.

Ehrlich gesagt amüsiert es mich auch, von Autoren den Facebook-Status zu lesen: "Ich schreibe jetzt!" und wenige Minuten später führen sie unter genau jenem eine kleine Unterhaltung mit demjenigen, der auf diese Meldung reagiert hat. Im Endeffekt schreibt der Autor ja, nur nicht an seiner Geschichte. Daher versuche ich, wenn dann immer nachdem ich geschrieben habe zu posten, dass ich geschrieben habe.

3.   Wartezeiten

Genauso gut, wie man an Zeitfressern wie TV und Facebook Zeit sparen kann, kann man Zeiten, in denen man nichts zu tun hat, nutzen. Damit meine ich Bahnfahrten, Wartezimmerseáncen, kleinere Wartezeiten im Alltag, zum Beispiel bis das Wasser für die Kartoffeln kocht, und viele mehr. Ich habe immer ein Buch dabei, um zu lesen, aber auch ein Notizbuch, um zu schreiben. Das ist wirklich praktisch und sollte eigentlich schon jeder Autor, aus dem tiefsten Bedürfnis zu schreiben, dabei haben.

4.   Schreibzeit nutzen

Natürlich liegt es auf der Hand, dass man in der Zeit, die man zum Schreiben hat, nutzt. Dazu gehört (ich weiß, es ist schwer), dass man sich eine Umgebung ohne Ablenkungen schafft. Nicht immer ist das möglich und von einem selbst beeinflussbar, aber der größte Störfaktor Internet kann mit einen Klick ausgeschaltet werden. Keine Sorge, die Welt wird nicht untergehen. :)

Außerdem fällt einem das Schreiben leichter, wenn man schon vor dem ersten Wort weiß, was man schreiben möchte. Es ist durchaus praktisch, wenn man die nächste Szene im Kopf hat und sie nur noch aufschreiben muss. Und das ist allemal besser, als vor dem PC zu sitzen, den Curser anzustarren und erst dann, mit dem Überlegen anzufangen. 

5.   Nutze jede Minute!

Es mag sich vielleicht lächerlich anhören, aber genau wie bei den 10ct, die man täglich in eine Spardose für sein Traumauto steckt, macht es viel aus auch nur fünft Minuten zwischendurch zu schreiben. Der Spruch Kleinvieh macht auch Mist stimmt tatsächlich. Ich habe im Oktober nicht viel Zeit gehabt, nur zweimal habe ich über 1.000 Wörter geschrieben, die 2k habe ich gar nicht überschrieben. Aber dennoch bin ich wenige Tage vor Ende Oktober bei mehr als 8.000 Wörter. Vielleicht hätte ich die gleiche Anzahl an Wörtern auch in drei, vier Tagen hinkriegen können, aber es war zeitlich nicht mehr drin für mich. Ich bin nicht am Zeitmangel verzweifelt, es läuft nicht immer perfekt, aber ich kann mit Stolz sagen, dass ich jeden Tag im Oktober geschrieben habe.

Und wem diese fünf Quick-Tipps nicht ausgereicht haben, dem empfehle ich Richard Nordens Zeit zum Schreiben. Dort gibt er weitere Tipps und stellt eine ausführliche Methode vor, um für das Schreiben Platz im Alltag zu schaffen. Besonders angesprochen werden hier Autoren mit Brotjob und Familie.

Kommentare:

  1. Wartezeitentechnisch nutze ich immer die Zeit aus, die die Waschmaschine für einen Waschgang braucht. Eignet sich super, eine knappe Stunde ist a meistens gut genutzt ;)

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  2. Haha ich schaue auch schon kein Line-TV mehr, nur noch DVDs, weil ich sowieso nur an meinen Serien interessiert bin. Die Nachrichten krieg ich aus der Zeitung, die ich auf der Arbeit durchgucken muss, um Artikel über unser Programm im Kulturzentrum herauszufischen.

    Tatsächlich führe ich mehr als ein Notizbuch herum, kleine für Notizen und Line-Ups und ein großes fürs Texte runterschreiben.

    Zuhause klappt das tägliche Schreiben noch nicht ganz so gut, aber ich arbeite dran. Vielleicht setze ich die noch fehlenden Tricks bei mir um ^-^
    Finde diesen Post in jedem Fall hilfreich!

    <3

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