Charaktere: Auf der Suche nach dem richtigen Namen

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Charisma Luttkenn | 22 Januar 2015 |
Liebe Schreibnacht-Magazin LeserInnen!

Heute möchte ich das Thema Namensfindung aufgreifen. Ich persönlich finde, dass der Name eines Helden nicht willkürlich ausgewählt werden sollte. Eine bestimmte Bedeutung, ein wichtiges Attribut oder ein besonderer Charakterzug verleihen mehr Tiefe. Es sollte alles stimmig sein. Vor allem im Fantasy-Bereich wird ein Rudi Müller kaum gut ankommen. Wäre Darth Vader ein Dirk Vatterson oder so ähnlich ;) könnte er wohl auch niemanden aus seinem Mauseloch hervorlocken. Bei Geschichten mit realem Hintergrund sind zu ungewöhnliche Namen vielleicht auch zu viel. Der Name muss auf jeden Fall passend sein.

Eine harte Rockerbraut auf ihrer Harley, die Clara oder Margarete heißt, wird höchstwahrscheinlich nicht ernst genommen ;) Die ruhige, Harfe spielende Clara, die als geheimes Hobby Motocross fährt, dann schon eher. Ein vampirischer Jürgen? Ein orkischer Ludwig? Klingt nicht besonders überwältigend, oder? Wobei Geschmäcker natürlich verschieden sind. Ihr könnt durchaus gängige Namen benutzen und sie abwandeln, dass sie knackiger und mysteriöser werden. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Eigene Kreationen, die anders klingen, aber etwas Vertrautes haben, bleiben sicher besser im Gedächtnis hängen. Ein Ludwig kann so zu einem Lidwog oder Lodrig werden ;) Klingt doch als Ork viel besser, was meint ihr? Oder dreht die Namen um. Eine Lisa wird dann ganz schnell mal zu Asil. Rudi zu Idur oder Markus zu Sukarm. Noch weiter abgewandelt, wenn es auf Anhieb nicht überzeugt: Sukarm = Suk’am. So einfach kann es sein ;)

Wem solch Spielerei nicht liegt, der kann natürlich auch Namensseiten oder Namensgeneratoren verwenden. Ungewöhnliche Namen erspäht man auch immer öfter bei einem Filmabspann. Ganz besonders fiel mir das bei Spielen auf. Viele Credits mit unzähligen, interessanten Namen. Selbstverständlich lassen sich diese Methoden auch herrlich dazu benutzen, um eigene Kreationen daraus zu entwickeln.

Bei mir läuft es meist so ab: Ich fülle einen Steckbrief (Charakterbogen) aus und schreibe eine Biografie. Je wichtiger mein Charakter für die Geschichte ist, desto ausführlicher wird das Ganze.

Ich wähle meine Namen meist nach einer bestimmten Bedeutung aus. Daher schreibe ich zu Beginn eine Biografie und versuche dabei immer etwas zu finden, das noch nicht dutzende Male erwähnt wurde. Einer meiner Protagonisten ist indianischer Abstammung. Was an sich nichts Neues ist ;) Ich wählte einen Stamm, von dem ich bisher noch nichts gehört oder gelesen hatte und begann zu recherchieren. In diesem Fall suchte ich mir ein Wörterbuch und durchforstete alle möglichen Wörter in seiner Stammessprache. Verschiedene Charaktereigenschaften usw. alles was passend sein könnte. Trotz seltener Sprache, wurde ich irgendwann fündig. Recherche gehört dazu. Auch wenn es manchmal anstrengend sein kann macht es mir meist eine Menge Spaß!

Ansonsten nehme ich z. B. ein finnisches oder lateinisches Wörterbuch, je nachdem und suche nach passenden Übersetzungen, die eine besondere Eigenschaft oder Fähigkeit beschreibt. Oder wie wäre es mit Portugiesisch, Chinesisch, Russisch, Bengalisch, Hebräisch, Gallisch? Wie ihr seht, überlasse ich nichts dem Zufall ;)

Wer gerne recherchiert findet im Internet auch Wortschatz Listen zu alten Sprachen. Z. B. Sumerisch, Akkadisch oder Etruskisch. Tobt euch aus!

Bedenkt allerdings, dass euer Charakter die ganze Geschichte über mit diesem Namen herumlaufen muss! Bei Mehrteilern, noch länger ;)

Salut & viel Spaß beim Finden und Kreieren!
Eure Charisma

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