Der Rote Faden des Romans - die zentrale Frage

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Kerstin Middley | 08 April 2015 |
Viele Autoren arbeiten mit dem Prinzip des "Roten Fadens", welches ihnen die Struktur und die innere Logik ihres Textes begreifbar macht und auf diese Weise das Verstehen fördert. Einfach erklärt ist der rote Fade ein gedankliches Gerüst, das den inhaltlichen Zusammenhalt des Textes wiedergibt. 

Der rote Faden

Ein roter Faden sollte sich durch deine Geschichte ziehen. Das heißt, du leitest den Leser durch die Handlung. Du schreibst aufeinander aufbauend und bleibst stets logisch. So ensteht ein roter Faden, der deine Leser an die Hand nimmt. Sie können deiner Geschichte und deren Handlung folgen.

Ich möchte dir ein Gerüst vorstellen, das dir bei einem guten und logischen Aufbau deiner Geschichte helfen kann:

1. Der Anfang

Der Anfang führt den Leser in die Geschichte ein. Er sollte unbedingt neugierig machen und zum Weiterlesen verführen. Stelle dem Leser die Figuren vor, die in der Geschichte vorkommen. Entweder beschreibst du die Personen, oder der Leser lernt sie kennen, wenn sie in einem Dialog auftauchen oder etwas tun. Erst wenn der Leser deine Figuren kennt, kann er der Geschichte folgen. 

Wenn mehrere Figuren auftreten, kannst du auch mehrere Erzählstränge parallel führen. Im Laufe der Geschichte verwebst du sie weiter ineinander. Einerseits erzählst du von einem Mädchen, das in der Schule mit einigen Problemen zu kämpfen hat, auf der anderen Seite, von einem ihrer Mitschüler, der ebenso eine schwierige Phase durchmachst. Mit der Zeit verweben sich die Geschichten der beiden Figuren. Sie begegnen sich und ihre beiden Einzelgeschichten verschmelzen zu einer. 

2. Der Mittelteil

In der Mitte steckt der Kern, die eigentliche Geschichte. Du kannst sie langsam entwickeln und immer spannender werden lassen - bis zum Höhepunkt am Schluss. Oder du gibst ihr gleich mehrere Spannungsbögen, in denen sich viele kleinere Probleme und Dinge ereignen.

Meist passiert im Hauptteil von Geschichten sogar beides: Mehrere einzelne Spannungsbögen der Geschichte steigern sich. Sie werden insgesamt immer spannender oder verzwickter bis sie alle an ihren Höhepunkten angelangt sind. 


3. Der Schluss

Im Schlussteil findet deine Geschichte ihren Abschluss. Das kann ein überraschendes Ende sein, ein fröhliches Happy End, ein trauriges und dramatisches Ende, oder auch ein offenes Ende, das den Leser zum Nachdenken anregt. Auf jeden Fall solltest du hier die Ereignisse aus der Mitte der Geschichte auflösen und beenden. 

So findet hier dann auch der rote Faden deiner Geschichte sein Ende.

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