Recherche? Wieso, ich schreibe Fantasy!

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Kerstin Mitterer | 25 Mai 2015 |

A: „Hey, ich habe mir deinen Text durchgelesen und finde die Stelle im Absatz vier Auf Seite sechs unlogisch, könntest du mir erklären, wie das funktionieren soll?“
B: „Ich schreibe Fantasy, da ergibt nun mal nicht alles einen Sinn!"


Kommt euch dieser letzte Satz bekannt vor? Habt ihr ihn schon mal von jemandem gehört, oder ihn sogar selbst schon einmal benutzt? In Schreibforen und Blogs wird dieses Thema immer wieder diskutiert, aber man stößt kaum auf eindeutige Antworten. Die Frage aller Fragen lautet: Bis zu welchem Grad lässt sich bei Fantasy improvisieren, und wann muss man recherchieren? 

Ein Beispiel
Das Problem lässt sich an einem einfachen Beispiel erläutern: Ich kann nicht reiten und verstehe kaum etwas von Pferden. Möchte ich jedoch in meinem Buch von Menschen oder anderen Wesen schreiben, die auf Pferden reiten, dann muss ich mich vorher über diese Tiere schlau machen. Sollte ich das nicht tun, und falsche Fakten an den Tisch bringen, kostet mich das im schlimmsten Fall sämtliche potentielle Leser, die Pferdeliebhaber sind. 

Frei erfundene und übernommene Wesen
Mit mangelnder Recherche ist nicht zu spaßen. Zu Recherchieren sind zum Beispiel auch ganz banale Dinge, wie zum Beispiel Namen von Personen oder Orten. Wenn ein bereits in anderer Literatur existierendes Wesen, wie etwa Elfen, Trolle, Vampire oder Werwölfe vorkommen, wäre es für den Leser sehr verwirrend, wenn ein Autor die Verhaltensweisen dieses Wesens grundlegend verändert. 

Wenn man ganz neue Wesen erfindet, kann man sich gänzlich der Kreativität und Phantasie hingeben, sobald man jedoch etwas bereits Bekanntes einbaut, sollte man sich darüber informieren. Auch Dinge, wie zum Beispiel das Führen einer Waffe, oder wie viel etwas im Vergleich zu etwas Anderem kosten muss, können nachgelesen werden. 

Ressourcen
Nutzt man das World Wide Web zur Recherche sollte man sich zusätzlich noch überlegen, auf welchen Seiten man recherchiert bzw. zur Not einfach mehrere Artikel lesen und das Hintergrundwissen dann auf all diesen Fakten aufbauen. Man kann nie zu viel lernen! Zusätzlich kann man auch in Büchern recherchieren. In den meisten größeren Bibliotheken zum Beispiel gibt es sogar Leute, die man anrufen kann, wenn man zu einem bestimmten Thema etwas braucht. Diese geben dann Auskunft, ob irgendwo in Deutschland oder Österreich ein Buch mit genügend Stoff zu diesem Thema vorhanden ist, bzw. falls ein Essay, oder ein E-Book vorhanden sein sollte, bekommt man die gewollte Textstelle ganz einfach per E-Mail. 

Nicht alle in einem Topf!
Ich kann natürlich nicht für alle Autoren sprechen, aber ich bin mit ziemlich sicher, dass ein Großteil der Fantasy-Autoren sehr viel Zeit in Recherche steckt. Dadurch wird sich auch nicht jeder Autor angesprochen fühlen, aber die, die noch unschlüssig sind, inwieweit Fantasy Recherche erfordert, überlegt euch, was alles funktionieren kann, und was nicht.

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