Writer's Basics: Plotten mit Karteikarten

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Cleo Johnson | 03 Juni 2015 |

Ich bin ein großer Fan von Karteikarten, wenn es darum einen Plot zu planen. Ob nun in physischer Form oder als digitale Variante mit einem Programm wie Scrivener, Karteikarten machen das Schreiben eines Romans auf vieler Art und weise ungemein praktisch:
  • Fokus: Auf so einer Karteikarte steht mir wenig Platz zur Verfügung. Ich muss mir also genau überlegen, was ich mir notieren möchte, damit alles übersichtlich bleibt. Automatisch konzentriere ich mich auf das Wesentliche, die wichtigsten Punkte der Handlung.
  • Organisation: Karteikarten visualisieren meinen Plot. Jede Szene und jedes Kapitel hat eine eigene Karte, ich weiß genau, wann was mit wem passiert, und alles auf einen Blick erfassen.
  • Flexibilität: Ganz leicht lassen sich die Karten verschieben, entfernen oder dazu packen. Ich kann mit meinem Plot experimentieren, verschiedene Abläufe ausprobieren, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. 

Eine Szene in Stichpunkten. 
Früher habe ich mir alles Mögliche auf den Karten notiert: Handlungsort, welche Figuren mitspielen sollten, zu welcher Tageszeit die Szene spielt usw. Die vielen Informationen haben bewirkt das meine Karten viel zu überladen waren und ich den Überblick verlor - das genaue Gegenteil von dem, was ich erreichen wollte. 

Es hat viel Arbeit und Nerven gekostet, sich durch die Fülle an Notizen zu arbeiten und das Wesentliche herauszufiltern. Denn ich musste feststellen, dass es in erster Linie beim Schreiben nicht darauf ankam, was in der Handlung geschah, sondern was meine Figuren fühlen und wollen, und was der Leser aus der Szene bzw. dem Kapitel für den Fortlauf der Geschichte mitnehmen soll.

Inzwischen bin ich dazu übergegangen so wenig wie möglich auf eine Karteikarte zu schreiben. Und das sind im Grunde drei Dinge:
  • Handlung: Was passiert in der Szene? Was sind die wichtigsten Handlungsschritte? Wie treibt die Szene den Plot voran?
  • Emotion & Motivation: Was fühlt die Hauptfigur in der Szene? Was will sie? Was treibt sie an? Und das wichtigste: Was steht ihr dabei im Weg? Worin besteht der innere und/oder äußere Konflikt?
  • Die dramatische Frage: Was ist die entscheidende Frage, mit der der Leser aus der Szene/dem Kapitel entlassen wird? Was bringt ihn dazu weiterzulesen?
Dann ordne ich die Karten in der Scene-Sequel-Struktur an, sodass für den Leser von Szene zu Szene ein Rhythmus aus Spannung und Entspannung ensteht. 

Handlungsort, Zeit und handelnde Figuren sind ohne Frage wichtig, genauso wie die vielen kleinen Details, die den Roman letztendlich lebendig erscheinen lassen und greifbar machen. Doch beim Schreiben des ersten Entwurfs möchte ich mich darauf konzentrieren, was für den Leser in erster Linie zählt ist: Und das sind die Gefühle der Figuren und die dramatische Frage, die Spannung erzeugt und ihn zum Weiterlesen veranlasst.

Viel Spaß beim Plotten!
Wie entwickelst du deine Plots? Oder schreibst du komlett ohne?

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