Infodump und wie du ihn vermeiden kannst

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Thomas Williams | 27 Juli 2015 |

Infodumping dürfte ein Problem sein, das jeder Autor kennt. Wir glauben, dass jedes Detail wichtig ist und dem Leser alles erklärt werden muss. Jede Falte im Gesicht unseres Hauptcharakters, jeder Leberfleck und jedes Haar müssen genauestens beschrieben werden.

Okay, so schlimm dürfte es wohl nicht sein, aber geht es um Umgebungen, Kleidungen oder etwas in der Art, gehen wir oft zu sehr ins Detail. Stellen wir eine Figur vor, beschreiben wir erst mal ihr komplettes Leben, bevor wir zum springenden Punkt kommen. Das ist für die erste Fassung nicht weiter schlimm. Die Geschichte erwacht vor unseren Augen zum Leben und wir beschreiben, was wir sehen.

Allerdings hemmt dies das Erzähltempo. Der Leser fängt an sich zu langweilen, ist vielleicht sogar verwirrt. Vieles kann er sich selber denken. Sollte eure Figur nicht außergewöhnlich gekleidet sein, beschreibt einfach ganz grob, was sie an hat. Ebenso einfach kann die Umgebung beschrieben werden. Eine Allee mit Bäumen. Nicht jeder dieser Bäume muss bis ins Detail vorgestellt werden. Oder ob Autos am Straßenrand parken, Spielzeuge in den Vorgärten liegen und so weiter. Wie gesagt, die Geschichte erwacht vor unseren Augen zum Leben auch beim Leser. Überlasst vieles seiner Phantasie. Ihr selber wollt auch nicht mit Infos überschüttet werden, oder?

Wenn ich eine neue Figur erschaffe habe ich die Angewohnheit, erst einmal alles über diese Figur erzählen zu müssen. Seine komplette Lebensgeschichte von früher bis heute. Früher hat mich das gestört und ich habe die Geschichte immer wieder von vorne begonnen, anstatt es für mich zu nutzen. In der Überarbeitung kann ich es immer noch glatt bügeln und alles verwerfen, was unwichtig ist. Immer wenn ich denke „Wen interessiert das?“, lösche ich etwas. Wenn es für mich irrelevant ist, dann erst recht für den Leser. Zuerst einmal bleibt es aber stehen, um meine Figur kennen zu lernen. 

Versucht für euch selber herauszufinden, was für die Geschichte wirklich wichtig ist. Was treibt sie und den Charakter an? Ich empfehle immer wieder die Story bei der Überarbeitung mit den Augen des Lesers zu sehen. Wenn euch etwas stört, wird es ihm wohl auch kaum gefallen und dann muss sich darum gekümmert werden. 

Infodumping bedeutet nichts anderes, als den Leser mit Informationen zu überschütten. Das überfordert, strengt an und macht ganz einfach keinen Spaß. Beim ersten Anlauf mag es euch erscheinen, als sei alles was ihr schreibt wichtig, aber ihr werdet merken, dass es in der Geschichte noch genug Platz gibt um das eine oder andere zu erwähnen. Oder, dass es vollkommen überflüssig ist.

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