Schreibübung | Ort und Zeit

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Isabell Dieckmann | 31 Juli 2015 |

Zu einer guten Geschichte gehören eine mitreißende Storyline und interessante Charaktere, doch man darf keinesfalls das Setting vergessen, denn dadurch erfahren die Leser die Welt im Buch, lernen die Figuren kennen, wie sie sich in ihrer Welt bewegen und mit ihr interagieren. 

Darum gibt es dieses Mal eine Übung, die euch mehr über euer Setting nachdenken lässt. Ob ihr es dann am Ende ausführlich beschreibt oder einfach nur im Hinterkopf behaltet, bleibt euch überlassen.

1. Auch ein Ort kann eine Seele, einen Charakter haben, der ihn unverwechselbar macht. Wie kommt er zum Ausdruck? Beschreibe ein Gebäude, einen Raum, einen Park etc. und hebe dabei die Persönlichkeit des Settings hervor. Welche Leute verkehren dort? Wie ist die Atmosphäre? Was ruft sie hervor, macht es also gruselig oder entspannend? Wie bewegen sich die Menschen dort? Vorsichtig, energiegeladen oder doch eher sorglos? Man kann es wie eine Liste für eine Figur anlegen, der man Charaktereigenschaften zuweist.

Natürlich kann man auch eine kurze Szene schreiben, um die Wirkung zu testen. Kommt der Ort so rüber, wie gedacht? Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass das Hauptaugenmerk immer noch auf der fortschreitenden Geschichte und den Charakteren liegt.

2. Nimm eine deiner Geschichten und ändere das Setting – statt in Paris spielt es in Hannover, von Mittelerde verlegst du es auf den Mars, vom viktorianischen England wechselst du zum japanischen Mittelalter, um nur einige Anstöße zu geben.

Wie verändert das Setting die Geschichte? Bleibt der Kern des Ganzen gleich, z.B. Junge trifft Mädchen, Junge verliert Mädchen, Junge gewinnt Mädchen zurück? Weshalb ist dein gewähltes Setting das Beste für die Story? Welche Vor- und Nachteile bietet ein anderes Setting?

3. Schreib eine kurze Szene und geh gleich hinein ins Geschehen, ohne einen Ort zu beschreiben. Dabei kombinierst du die Beschreibung mit Handlung, lässt den Leser etwa zusammen mit dem Charakter aktiv die Umgebung entdecken, z.B. kann es zusammen mit einer Figur erlebt werden, etwa „Leah verrenkte sich fast den Hals, als sie vom Balkon aus einen Blick aufs Meer werfen wollte“ 

Eine gute Balance ist wichtig: Welche Beschreibungen sind am Ende notwendig, um beispielsweise die Geschichte voranzubringen? Welche sind eher Füllstoff und wo fehlen vielleicht noch wichtige Details?

Wir wünschen euch viel Spaß dabei, eure fiktionalen Welten zu entdecken. Schreibt uns doch eure Erfahrungen: Welches Setting benutzt ihr am liebsten?

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