Logische Zeitreisen I Wie der Protagonist in der Vergangenheit nicht die Zukunft verändert

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Carolin Grotjahn | 26 August 2015 |
Quelle: Hotel Haus Griese
Wer von euch hat schon einmal überlegt, eine Geschichte über Zeitreisen zu schreiben? Ich bin mir sicher, bei dieser Frage gehen einige Hände doch (meine Hand übrigens auch). Doch Zeitreise-Geschichten sind in meinen Augen eine heikle Sache, wenn man seine Figuren dabei in die Vergangenheit schicken will - wenn man sie in die Zukunft schickt, dann können sie die Gegenwart meiner Meinung nach durch die Reise nicht so einfach verändern -, deshalb konzentriere ich mich in diesem Artikel auf logische Zeitreisen in die Vergangenheit.

Im Normalfall möchte man ja, dass die Geschichte logisch wirkt, deshalb stößt man irgendwann an den Punkt, an dem man sich fragt, ob man seine Figuren einfach so in die Vergangenheit schicken kann, ohne dass sie dabei aus Versehen die Zukunft verändern.
Es gibt zwei gängige, sehr gegensätzliche Theorien, die man sich aus Filmen und Büchern über das Zeitreisen ableiten kann:
Die bekanntere Theorie besagt, dass man nach der Zeitreise automatisch in eine veränderte Zukunft zurückkehrt, weil man die Vergangenheit allein dadurch verändert hat, dass man dorthin gereist ist. Man muss also nicht einmal seinen Großvater umbringen, um etwas zu verändern. (Wer den Witz nicht verstanden hat: Stichwort „Großvater-Paradoxon“).
Theorie 2 besagt, dass die Gegenwart, in der wir jetzt sind, bereits das Produkt der Veränderungen in der Vergangenheit ist, da die Zeitreise ja eigentlich schon geschehen ist (das kommt zum Beispiel in Harry Potter vor, als Harry und Hermine den Zeitumkehrer benutzen).
Diese zweite Theorie ist das Schlupfloch, das wir Autoren nutzen können. Wenn wir diese Theorie als Basis für unsere Geschichte nehmen, müssen unsere Figuren in der Vergangenheit nicht bei jedem Atemzug aufpassen, ob sie dadurch was verändern.

Kommentare:

  1. Hmm, ich gehöre zu der Kategorie Mensch, die die Theorie vefolgt, dass Zeitreisen selbst in einer magischen Welt unmöglich sein müssten, egal was man macht. Ich glaube an den Butterfly Effekt und daran, dass man ja auch seine eigene Vergangenheit beeinflussen würde, selbst wenn man eigentlich an einem völlig anderen Teil der Weltgeschichte hantiert -man verändert sich auch selbst durch die Zeitreise. Und ich glaube auch nicht, dass man zurückkönnte. Selbst wenn die Welt dadurch verändert ist, sie ist ja anders das heißt, es ist nicht einmal klar, ob ich überhaupt noch einen Grund hätte, in die Vergangenheit zu reisen. Der Mensch, der aufgebrochen ist, um die Zeitreise zu machen, wird durch die Zeitreise ausgelöscht, im Prinzip wird die gesamte Zukunft ab der Vergangenheit in der man landet ausgelöscht und neu geschrieben. Das einzige halbswegs realistische Zeitreisebuch ist "Zeitsplitter -die Jägerin" und selbst das hat Logikfehler und Erklärungsschwierigkeiten, weil einfach manche Dinge die passieren, sehr unwahrscheinlich sind. Aber das Liebespärchen ist süß :D

    Dabei finde ich an sich Zeitreisegeschichten nicht vollkommen schlecht.Unterhaltsam sind sie schon und ich schaue sie mir auch gerne an, aber selber welche Schreiben ist einfach nicht so mein Ding. Auch wenn ich zugebe, dass meine Handlungen manchmal schon fast zu logisch durchdacht werden. Menschen handeln ja eigentlich gar nicht immer logisch.

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    1. Hallo Windsprite,

      ich finde den Butterfly-Effekt persönlich auch plausibel, aber wenn man es sich in den Kopf gesetzt hat, eine Zeitreisegeschichte zu schreiben, dann ist der ziemlich störend ;)
      Zeitreisegeschichten müssen (und ich denke auch können, zumindest jetzt noch) nicht ganz der Realität entsprechen,deswegen finde ich, dass man sich darin mit den verschiedensten Theorie austoben kann :)
      Das Zeitreise-Buch, das du ansprichst, kenne ich nicht, aber wenn es dir gefallen hat, ist das ja super ;)
      Klar, Zeitreisegeschichten schreiben ist nicht jedermanns Sache, aber es wäre ja auch langweilig, wenn jeder dasselbe Genre schreiben würde, oder? :) In was für einem Genre schreibst du denn gerne?

      Viele Grüße

      Carolin
      Schreibnacht-Magazin

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    2. An sich finde ich Zeitreise nicht schlimm, aber wenn ich spiele was-wäre-wenn eben nicht mit Zeitreisen...

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