Das Exposé | Definition, Sinn und Inhalt (Teil 1)

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Sarah Böcker | 16 September 2015 |



Wir alle wollen es bei einem Verlag einreichen oder hatten bereits die Ehre dazu. Doch was ist ein Exposé genau und worauf sollte man dabei achten? Im ersten Teil dieser Kurzreihe habe ich mich mit dem Sinn und dem Inhalt auseinandergesetzt. Im zweiten und letzten Teil geht es dann um die Inhaltsangabe und die Form. 

Doch zunächst sollte erstmal geklärt werden, was ein Exposé genau ist:

Definition
Ein Exposé ist eine erläuternde Darstellung in schriftlicher Form. In ihm sollen die Grundidee und der grobe Handlungsablauf eines Buches vorgestellt werden. Außerdem sollen Hauptfiguren umrissen und auf wenigen Seiten das grobe Konzept des Buches skizziert werden.

Das klingt alles noch sehr plastisch. Man weiß, was damit gemeint ist, aber wozu das alles? Schließlich weiß man ja, worum es in seiner Geschichte geht und was man damit ausdrücken möchte.

Sinn
Der Sinn eines Exposés ist es, dem Leser (Lektor, Verlag, Kollegen usw.) einen ersten Einstieg in die Story zu geben. Ein Exposé muss nicht erst nach Beendigung einer Geschichte verfasst werden, um ein fertiges Buch - beispielsweise einem Verlag - vorzustellen. Auch bereits bei der Idee und den ersten konkreten Fixpunkten, kann es sinnvoll sein.

Exposés können somit eine Hilfe beim Schreiben darstellen. Indem man vor dem eigentlichen Verfassen der Story sich selbst darüber klar wird, was die Hintergründe sind, wie die Figuren dargestellt werden sollen usw., erhält man zunächst einen Überblick darüber, was wirklich wichtig ist und was vielleicht nur am Rande einfließen sollte. Seine große Idee auf wenige Seiten zu reduzieren oder in einem Satz zusammenzufassen, kann eine gute Übung sein, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Wie man ein ganzes Buch in nur einem Satz ausdrückt, beschrieb Carolin bereits in ihrem Artikel „Den Roman in einem Satz zusammenfassen - Wie das funktioniert und warum man sich das antun sollte“ 

Die Verlage lesen meist nicht ein komplettes Buch, um einen „ersten Eindruck“ zu erhalten und damit zu entscheiden, verlegen oder nicht verlegen?! Sie wollen sich orientieren können, worum es geht und ob es sie anspricht. Ebenso stellt das Exposé auch Werbung für sich selbst dar. Anhand dieser kleinen Zusammenfassung eines mitunter sehr dicken Wälzers, können der Schreibstil sowie Rechtschreibung/Grammatik beurteilt werden, die Thematik erfasst, das Setting geprüft und die Logik getestet werden.

Der Leser soll sich also anhand weniger Seiten, ein Bild über
  • Genre 
  • Ist das Werk fiktional oder nicht-fiktional? 
  • Länge der Story 
  • Was ist es für eine Geschichte?/ Worum geht es? usw. 
machen können.

Ein Exposé kann somit über Sieg und Niederlage entscheiden.

Inhalt
Um am Ende nicht eine Niederlage erleiden zu müssen, sollte der Inhalt stimmen. Zunächst sollte man auf persönliche Wertungen oder gar Übertreibungen („Das ist so unfassbar gut!“) komplett verzichten! Auch sollten Dialoge und Einzelheiten nicht in ein Exposé mit aufgenommen werden. 

Doch beginnen wir erst einmal vorn. Das sollte auf keinen Fall fehlen:
  • Name und Kontaktinformationen 
  • Titel des Buches 
  • Autorenname/Pseudonym 
  • (geplante) Wort-/Seitenanzahl 
  • Genre und Textgattung 
  • Zielgruppe 
  • Zusammenfassung in höchstens 3 Sätzen 
  • Inhaltsangabe (Teil 2 der Kurzreihe) 
  • Figuren und deren Werdegang in der Geschichte
Viele mögen meinen, dass es klar ist Namen und Titel zu vermerken. Während meiner Recherche habe ich jedoch des Öfteren gelesen, dass man am besten auf jede Seite Name und Anschrift vermerken sollte. Da die Einsendung an den Verlag meist aus Anschreiben, Exposé, Leseprobe und Autorenvita besteht, kann es passieren, dass dort auch mal was „verschusselt“ wird und das muss nicht zwingend in diesem 4-Teile-Paket geschehen.

Auch kann mitunter der Buchtitel später vom Verlag umbenannt werden, weshalb man nicht darauf verzichten sollte, den sich überlegten Titel anzugeben. Des Weiteren sollte man vermerken, ob das Buch unter dem Autorennamen oder unter einem Pseudonym veröffentlicht werden soll.

Wenn der Roman noch nicht beendet ist, ist eine Angabe zu der geplanten Seiten- bzw. Wortanzahl sinnvoll, da der Verlag dann darüber entscheiden kann, ob es eventuell in einen Mehrteiler aufgeteilt wird. Außerdem kann der Leser/Lektor sich ein erstes Bild darüber machen, wie und wann er die Prüfung des Manuskriptes einplanen kann. Benötigt er dafür mitunter Tage oder kann er sich an einem Nachmittag damit beschäftigen?

Genre und Textgattung dienen auf der einen Seite dazu, dass der Verlag einschätzen kann, ob die Geschichte überhaupt in ihr Portfolio passt und auf der anderen Seite der internen Bearbeitung. Lektoren für Sachbücher achten vielleicht auf andere Details als Lektoren für einen Fantasy-Roman. Hier sollte man so genau wie möglich arbeiten! Klar, keiner möchte, dass sein Werk in eine Schublade gestopft wird, doch aus oben genannten Gründen kann diese Einordnung bereits ein entscheidender Punkt sein.

Auch die Zielgruppe spielt eine entscheidende Rolle für die Bewertung eines Manuskriptes. Diese sollte auch so genau wie möglich beziffert werden. Wahrscheinlich habt ihr euch bereits damit auseinandergesetzt, wen ihr ansprechen wollt, vielleicht ist es euch aber noch nicht ganz klar („Alle, die es toll finden“). Denkt dabei an Alter, Beruf, Geschlecht, aber auch an andere Eingrenzungen.

Bei der Zusammenfassung in höchstens drei Sätzen hilft euch wiederum der oben erwähnte Artikel von Carolin.

Natürlich sollen auch deine Hauptfiguren nicht zu kurz kommen, denn um sie dreht sich die Story. Die wichtigsten Schlüsselpersonen in einer Geschichte sollten kurz beschrieben werden. Man muss dabei nicht allzu sehr ins Detail gehen, jedoch sollten die Leser über das Wesen, die Eigenarten und eine Entwicklung bei den jeweiligen Protagonisten informiert werden.

Es sollte vor allem darauf geachtet werden, dass das Exposé am Ende nicht mehr als 2 bis 3 A4-Seiten umfasst. Schließlich soll das Buch nicht einfach gekürzt, sondern durch das Exposé die Essenz herausgefiltert werden.

Im zweiten Teil der Kurzreihe zum Exposé werde ich mich mit der Inhaltsangabe und der Form beschäftigen.

Schreibübung: Bis dahin, versucht doch einfach mal ein kurzes Exposé zu eurer Geschichte zu schreiben. Ihr werden sehen, dass man daraufhin den „roten Faden“ wieder mehr im Blick hat, der durch eine Fülle an Ideen, Szenen und Bildern mitunter etwas außer Acht gelassen wurde.


Inhalt der Reihe:
Das Exposé | Definition, Sinn und Inhalt (Teil 1)
Das Exposé | Inhaltsangabe & Form (Teil 2)

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