Ein Roman über Nacht: Träume zu Geschichten verarbeiten

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Sabrina S. | 09 September 2015 |
Quelle: Bildagentur Huber
Es heißt, ein Mensch träumt sieben verschiedene Träume über Nacht. An die meisten kann man sich danach nicht erinnern, manchmal auch an gar keinen. Und vielleicht ist das gar nicht so schlecht – zumindest für einen Schriftsteller. Denn 49 Träume pro Woche könnten theoretisch 49 Ideen für eine Geschichte bedeuten. Das wären 2548 im Jahr! Unmöglich, das alles zu verwirklichen. Vor allem wenn man das ganz wirre Zeug erst einmal aussortieren muss …

Taugt der Traum für eine Geschichte?
Aber fangen wir am Anfang an: dem Traum. Kaum ist er zu Ende, wacht man mit dem Gedanken auf, dass das eben Gesehene und Gehörte hervorragend für eine Geschichte taugt. Hat man diesbezüglich Zweifel, kann man sich vermutlich die Mühe sparen, sich näher damit zu beschäftigen. Denn nur wenn es „Wusch!“ oder „Peng!“ macht, lohnt es sich, der Eingebung unseres Unterbewusstseins zu folgen. Um diese in eine plausible Geschichte umzuwandeln, versucht so viele Details wie möglich in eurem Gedächtnis zu behalten.

Den Traum außerhalb des Gedächtnisses abspeichern
Der zweite Schritt ist es, sich den Traum zu notieren. Alternativ kann man sich den Traum selbst noch einmal erzählen und das Ganze aufnehmen. Egal, welche Variante ihr wählt, ihr müsst euch beeilen, denn je länger man wach ist, desto mehr vergisst man wieder. Hierbei geht es nicht darum, gleich alles nach „logisch“ und „unlogisch“ zu sortieren, nur darum, alles irgendwie verewigt zu haben.

Unlogisches aussortieren
Im Folgenden geht es dann darum, etwas Ordnung in das Chaos zu bringen. Träume wirbeln oft die unterschiedlichsten Dinge zusammen. Seien es bekannte und unbekannte Leute, mögliche und unmögliche Vorkommnisse oder auch stets neue Perspektiven. In dieser Phase erst einmal aussortieren, was total unlogisch und nicht verwertbar ist. Dabei kann es sein, dass von der Handlung nicht mehr viel übrig bleibt, aber das erscheint nur auf den ersten Blick erschreckend. Denn letztendlich sollte man immer zugunsten der Logik und nicht des Traumes wählen.

Überbleibsel in einen logischen Kontext einfügen
Am Schluss steht man also mit ein paar Schnipseln da, die man dann nach Belieben in einen Kontext einbetten kann, der einem gefällt. Meistens handelt es sich dabei um einzelne Szenenteile, die nicht unbedingt zusammenpassen. Aber wenn man sich eine Geschichte um diese Szenen aufbaut, kann man nachvollziehbare Zusammenhänge schaffen. Es gilt also, den Traum mit der Handlung der Story realistisch in Einklang zu bringen.

Zuletzt noch ein Tipp: Sollten in den Träumen Menschen vorkommen, die man kennt (egal ob persönlich oder weil sie berühmt sind), dann muss man aufpassen, dass man diese nicht eins zu eins übernimmt. Man kann als Autor gerne Bilder im Kopf haben, aber berühmte Personen verfälscht man leicht und Bekannte könnten einem ihr Auftauchen übel nehmen. Die Rechte Dritter sollten nicht verletzt werden – auch nicht zugunsten einer großartigen Geschichtsidee. Und da Träume ja etwas Persönliches sind, dürfen manche Inhalte auch ruhig ein Geheimnis bleiben …
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Zu guter Letzt wollen wir natürlich von dir wissen: Hattest du auch schon Träume, die du unbedingt in eine Geschichte umwandeln musstest? Wenn ja, fiel es dir schwer oder lief der Prozess problemlos?
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Schreibaufgabe: Versuche einen ganz wahllos ausgewählten Traum zu einer Geschichte zu verarbeiten. Selbst mit den unlogischsten Ereignissen. Egal, was dabei herauskommt, es bereitet dich auf jeden Fall auf den Ernstfall (siehe „Wusch!“ oder „Peng!“) vor.
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Kommentare:

  1. Das erinnert mich daran, dass eine meiner allerersten Geschichten, die ich mit zwölf Jahren hatte, direkt von einem Traum inspiriert war...

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    1. Es kommt wirklich häufig vor, dass die ersten Geschichtsideen von Träumen inspiriert sind. Und es ist bestimmt nicht der schlechteste Weg, um außergewöhnliche Inspirationen zu sammeln ;)
      Ich selbst besitze auch noch einen Romananfang, der von einem Traum inspiriert war. Hast du deine Geschichte aufgehoben?

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    2. Aufgehoben? Sie ist immer noch quasi in Bearbeitung. Auch wenn sich die Handlung seit ich zwölf bin, immer mal wieder weiterentwickelt hat. Inzwischen hat alles immer mehr Komplexität gewonnen... ich habe immer mal wieder angefangen zu schreiben und dann wieder abgebrochen, weil ich zwei Jahre später keinen Anschluss mehr an das hatte, was ich geschrieben hatte. Inzwischen ist es aber nicht mehr so schlimm damit.

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    3. Wenn dich die Geschichte schon so lange begleitet, ist es kein Wunder, dass sich die Handlung weiterentwickelt hat. Ist grundsätzlich auch vorteilhaft, da man in jungen Jahren viel Unlogisches aus Träumen reinbastelt.
      Viel Glück jedenfalls mit deiner Geschichte, vielleicht wird sie ja bald noch fertig :)

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