Gastbeitrag | Tipps für ein gelungenes Facebook-Banner

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Sarah Böcker | 25 November 2015 |

Jeder Autor weiß inzwischen, wie wichtig ein Facebook-Auftritt für seinen Erfolg ist. Ich brauche nicht darüber zu reden, dass sich die Bindung zwischen Autor und Leser verbessert und man eine höhere Reichweite für seine Bücher und seiner Marke „Schriftsteller“ erzielen kann.

Anders als textliche Inhalte der Seite – die der Autor von Berufs wegen beherrscht – sind Bild oder Videoinhalte essentiell für den Social Media Erfolg. Speziell der Einstieg einer Seite: Ist das Profilbild sympathisch? Ist das Titelbild ansprechend und informativ? Denn genau dort sieht der Seitenbesucher, worum es geht und welche Inhalte für ihn interessant sein könnten. Interessant genug, um vielleicht ein Like da zulassen.

Der Inhalt der Seite wird immer erst nach der Entscheidung, ob die Seite die eigenen Interessen trifft, betrachtet. Das Verhältnis von Titelbild und Seiteninhalt verhält sich demnach genau wie das von Buchcover zu Buchinhalt.

Ob der User letztendlich auf der Seite bleibt, liked, kommentiert oder – noch besser – etwas teilt, kommt nach der ersten Bewertung dann auf den Inhalt an. Ein fantastisches Titelbild ersetzt auf gar keinen Fall den Inhalt einer Fanpage (Logisch, wer findet Bücher mit tollem Cover aber schlechtem Inhalt auch gut?) Die Devise lautet also: Der erste Eindruck zählt, aber auf die inneren Werte kommt es an. Oder umgekehrt.

Jetzt kann man entweder so Menschen wie mich engagieren, die sich selbst Coverdesigner nennen und sich auf die Darstellung von Büchern in jeglicher Art spezialisiert haben. Oder man versucht es mit ein paar Tipps einfach selbst.

Richtige Größe nutzen
Normalerweise ist das Titelbild bei einer Privatperson ein Foto, das dann in den richtigen Ausschnitt gezogen wird. Da ist die Größe egal, Hauptsache es ist da. Im professionellen Bereich sollte man sich der Maße bewusst sein. Man ist extrem eingeschränkt und muss aufpassen, dass wichtige Elemente nicht verschwinden. Mit der richtigen Größe muss man auch nichts schieben – es passt sofort. Die Größen aus der unteren Grafik sind speziell.


Sie beschreiben nicht nur die allgemeine Größe des Bildes (851 x 315 Pixel), sondern auch, in welcher Breite und mit welchem Abstand das Profilbild vertikal im Layout sitzen wird. Durch dieses Wissen kann man mehr Spannung im Titelbild aufbauen und die Gesamtkomposition in Szene setzen…

In Szene setzen
Im Beispielbild erkennt man gut, wie das Titelbild, das eigentlich nur ein Rechteck ist, durch die verschiedenen Knöpfe und das Profilbild einerseits verdeckt werden und andererseits auch mit diesen in Einheit stehen können.


Der vertikale Streifen reicht von den Kanten des Profilbildes nach oben, wo genau über dem Bild die Schrift zu finden ist. Dadurch kann man den Betrachter vom Blickfang Gesicht (Liegt in der Natur des Menschen, auf Gesichter zu achten.) mit einer unsichtbaren Linie oben zur Schrift führen und dann in Leserichtung weiter.


So sieht das dann in dem Viewer aus – ganz ohne Verdeckung. Ich habe hier auch bewusst weiße Schrift genutzt, um den Titel der Fanpage ein bisschen einzubeziehen.

Deine Marke stärken
Als Autor sollte man einen einheitlichen – oder wiedererkennbaren – grafischen Stil in Social Media und Covern aufweisen können. Durch diese „Corporate Identity“ (Marketingdeutsch für das, was deine Marke inhaltlich und gestalterisch ausmacht) hat man als Autor ein stärkeres Schriftstellerprofil, welches einen von anderen abgrenzen kann, positiv gemeint. Du bist deine Marke. Und das kann man natürlich auch auf deine Titelbilder übertragen. Der Vorteil ist nicht nur, dass man sofort weiß, wer du bist, du kannst dir auch noch sparen dir jedes Mal ein neues Layout zu kreieren. Einmal geballte Kreativität anwenden und du kannst den Hintergrund und/oder den Aufbau des Titelbildes immer wieder nutzen.


Kreativ sein
Überleg´ dir, was die Besucher deiner Fanpage sehen wollen. Immer nur Bücher? Und immer nur alle brav nebeneinander, flach und mit der Überschrift „Meine Bücher“? Nö. Zu Großteilen ist es ratsam seine Bücher als Autor zu präsentieren. Aber das kann man auch mit einer spannenden Headline und 3D Buchcovern machen. Mit etwas Übung kannst du dir diese auch selbst basteln oder frag´ einfach deinen Coverdesigner um Hilfe. Es gibt dafür auch Onlinetools!

Du kannst aber auch zeigen, was du für Werbemittel hast, was es zu gewinnen gibt und sonstige Aktionen promoten. Alles ist möglich, solange es dir gefällt und ansprechend gestaltet ist.

Richtiges Programm
Photoshop kann sich nicht jeder leisten und eine Testversion reicht nur für 30 Tage. Als Alternative bietet sich GIMP an, ein kostenfreies Grafiktool. Es gibt unzählige Tutorials zur Bedienung auf YouTube. Wenn Ihr schon ein bisschen mit Grafik zu tun hattet, könnt ihr natürlich weiterhin eure Lieblingsprogramme nutzen, die ihr am besten kennt.

Übung!
Ja, klar. Übung macht den Meister. Aber das ist kein Problem, ihr müsst eure ersten Designs nicht verstecken. Im Gegenteil: Fragt einen ehrlichen Freund, was er davon hält oder ladet es mutig auf eure Facebook Fanpage. Durch Gefällt-Mir-Angaben lässt sich der Erfolg des Banners ganz gut messen. Und vielleicht kommentiert auch der ein oder andere. Aber versteckt euch auf gar keinen Fall – und auch wenn negatives Feedback kommt, immer weitermachen!

Entwickelt euch weiter
Fragt ruhig euren Covergestalter, was er von eurem Produkt hält. Oder wartet ab, bis er sich ganz frech meldet. :)


Ich finde es immer toll, wenn Autoren sich auch grafisch für Ihre Bücher interessieren. Cover machen ist schwer, aber Titelbilder sind vergleichsweise einfach. Katharina Groth hat sich auch ausprobiert. Wir haben zusammen an der Lösung geschraubt. 

Zuerst hatte sie ein Banner erstellt, der grafisch aufwändiger gestaltet war. Luftbläschen passend zum Cover von Teil 3 im Hintergrund und die Schrift in ähnlichen Farben. Was jedoch wichtig an einem Titelbild ist, ist nicht das Drumherum, sondern das Produkt selbst. Also habe ihr geraten, es mit einer etwas schlichteren Version zu probieren, damit die Bücher herausstechen.


Die zweite Version war um einiges klarer und schöner aufgeteilt. So hätte das auch ruhig bleiben können! Zum Anlass dieses Beitrags habe ich es aber nochmal mit Katharinas Erlaubnis überarbeitet.
Wichtige Aspekte hierbei waren, dass ich die komplette Reihe darstellen wollte, inklusive der Kurzgeschichte. Aber der Fokus sollte auf die Trilogie und besonders auf den bald erscheinenden dritten Teil gelenkt werden.


Deshalb habe ich die Farbe dieses Teils in das vertikale Banner eingebaut und die gleiche Schriftart wie auf dem Cover verwendet, um eine Überladung zu vermeiden. Eigentlich hatte ich vor, alles blau zu gestalten. Mir ist dann aber aufgefallen: Hey, der dritte Teil geht total unter! Also passend zur Dystopie wurde der Hintergrund schwarz eingefärbt und die Kurzgeschichte schwarzweiß gesetzt, damit es einerseits nicht zu bunt wird und anderseits der Fokus auf der Reihe bleibt.

Zusammengefasst ist so ein Titelbild mehr als nur ein Bild. Es ist deine Werbefläche im Social Media Bereich. Der Platz, den du nutzen kannst, um dich, deine Marke und deine Bücher zu promoten. 

Natürlich sich niedliche Katzen auch nicht schlecht, um Leser anzuziehen, aber wie immer in der Kunst: Das liegt im Auge des Betrachters! :)

GASTAUTORIN: VIKTORIA 

Seit ihrer Geburt am 25.03.1994 faszinieren Viktoria Petkau Kunst und Fantasie. Ihre Vorlieben zu verträumter Literatur der romantischen Epoche, sowie deren Bilder erklärte ihre Einstellung zum Leben und allen künstlerischen Tätigkeiten und Werken: Strebe nach der Weite, dem Unbekannten und immer in Nähe mit der Natur und dem Ursprung. Cover gestaltet sie seit 2008, weil sie die Zusammenkunft von Literatur und Kunst schon immer begeistert hat. Ehrgeiz und Neugierde haben ihr alle wichtigen Grafikprogramme beigebracht. Unter dem Label GedankenGrün gestaltet Viktoria Petkau Cover und Werbemittel für Autoren und Verlage.

Kommentare:

  1. Finde ich super hilfreich für die Zukunft, wenn ich mal anfange, so eine Fanpage zu planen (sobald der Roman denn mal fertig ist :D ).
    Vielen Dank!

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    1. Hallo Jessi!
      Danke, das freut mich :) Eine Fanpage kannst du auch vorher schon anlegen und deine Fangemeinde in den Entstehungsprozess einbinden - dann ist vielleicht der Druck zur Fertigstellung größer :D


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  2. Danke für den Artikel, ich fand ihn sehr interessant und werde mal versuchen das in meine Facebook-Präsenz einzubinden.

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    1. Hallo Nikolas!
      Toll, dass du was aus dem Artikel ziehen konntest! Falls du Fragen hast, kannst du gerne jederzeit auf mich zukommen :)

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