Gastbeitrag | Inspirationen festhalten im Reisetagebuch

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Cleo Johnson | 16 Dezember 2015 |

Ich liebe das Reisen. Aber Schreiben liebe ich fast genauso sehr. Reisen haben mich schon zu unzähligen Romanideen oder neuen Charakteren inspiriert. Momente, die ich erlebe, geben mir Ideen. Menschen, die ich sehe, treffe und kennen lerne, bieten sich als Charaktere an. Situationen die ich mit ansehe, können zu einer Szene in einem Buch werden. Wenn man zu Hause ist, nimmt man sich oft nicht die Zeit seine Umgebung zu beobachten. Man rennt meist durch die Stadt weil man irgendwohin möchte. Aber auf Reisen bleibt man oft stehen, nimmt alles in sich auf, sieht sich um und Beobachtet. Manchmal sogar, ohne es bewusst zu merken. Und überall lauern Inspirationen. Aber ehe man sich versieht, hat man sie wieder vergessen. Und deswegen ist es sinnvoll, ein Reisetagebuch zu schreiben.

Ursprünglich habe ich mit dem Reisetagebuch schreiben angefangen, um für mich festzuhalten wann wir was unternommen haben. Als ich mit dem Bloggen anfing habe ich mir dazu noch extra Informationen aufgeschrieben um es später zu einem Reisebericht auf meinem Blog zu verarbeiten. Und heute schleppe ich dieses Tagebuch immer mit mir herum um Inspirationen festzuhalten.

Da war dieses Paar, das so perfekt zusammen aussah. Aufschreiben. Da war dieser Typ in der U-Bahn, der der perfekte Buchcharakter war. Aufschreiben. Da war etwas, dass ich gehört oder gelernt habe was ich noch einmal gebrauchen kann. Aufschreiben. Dieses Gefühl, dass mich überwältigte als ich an der Felsklippe stand. Aufschreiben. Der Satz, der Form annahm als ich das Meeresrauschen hörte. Aufschreiben.


Inspirationen und Ideen lauern in jeder Ecke. Beim Reisen erlebt man vieles intensiver, man sieht genau hin, man fühlt genauer hin. Man hat ein ganz besonderes Gefühl in sich. Eine Mischung aus Aufregung, Neugier, Freude und Freiheit. Und dieses Gefühl beflügelt mich immer über alle Maßen. 

Es mag vielleicht ein wenig Übung kosten, dieses Gefühl in kreative Bahnen zu lenken, um die bunt schillernden und verwirbelten Ideen und Erfahrungen zu Papier zu bringen, aber es lohnt sich. Schreibt alles auf. Und wenn es nur über einen besonders schöner Grashalm war, den ihr im Licht habt glitzern sehen. Schreibt es auf. Ihr werdet euch eines Tages dafür danken. Natürlich könnt ihr ihn auch zeichnen, aber ich habe darin leider keine Begabung (besagter Grashalm wäre bei mir vermutlich eher ein verkorkster Bleistiftstrich). Manchmal reichen auch nur Stichpunkte um sich zu erinnern. Die Art der Dokumentation ist nicht so wichtig – wichtig ist, dass sie euch dorthin zurückbringt, wo ihr auf eurer Reise wart. Zu dem Gefühl. Zu der Situation. In die U-Bahn. Auf die Felsklippe. 

Und selbst wenn ihr es niemals in einer Geschichte verwendet, habt ihr doch ganz besondere Erinnerungen an kleine, bezaubernde Details geschaffen, die eine Reise so perfekt machen. Reisetagebuch zu führen ist für jeden Schreiberling sinnvoll und ich empfehle es euch von ganzem Herzen. Probiert es bei der nächsten Reise aus und ihr werdet sehen, dass sich einige Ideen ansammeln werden.

GASTAUTORIN: TASMETU

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