Checkliste für den Anfang eines Romans – was unbedingt auf die erste Seite gehört

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Christina | 11 Januar 2017 |

Die erste Seite eines Romans soll den Leser nicht nur neugierig machen, sie soll ihm auch die Möglichkeit geben sich schnell zu orientieren. Das heißt, dein Leser möchte wissen, in welchem Setting die Geschichte spielt, welcher Erzählstimme er lauscht und wer die Hauptfigur ist.




Setting

In welchem Genre spielt deine Geschichte, in welcher Zeit/Epoche ist sie angesiedelt und was ist der erste Schauplatz?

Erzählstimme

 In welcher Perspektive möchtest du die Geschichte schreiben? Der Personale Erzähler und der Ich-Erzähler eignen sich gleichermaßen für Buchanfänge.

Hauptfigur

Welcher Charakter spielt eine zentrale Rolle und eignet  sich die Geschichte von Anfang an zu erzählen?

Ob du auf einen spannenden Anfang setzt, mit dem du den Leser direkt abholst oder es gemächlich angehen lässt, bleibt dir überlassen. Mit einer brenzligen Szene zu beginnen, ist  zwar empfehlenswert, muss aber nicht sein. Es hängt auch vom Genre ab, indem du schreibst. Im Thriller sorgt ein rasanter Einstieg für Tempo, während die meisten Liebesromane zuerst einen Blick auf das Leben und die Gefühlswelt der Hauptfigur werfen. Ein guter erster Satz ist in jedem Fall wirksam. Aufpassen solltest du hingegen mit wörtlicher Rede. Ein Dialog lässt den Leser zwar aufhorchen, aber er ist nur bedingt als erster Satz geeignet.

Der erste (Ab)-Satz

Welche Stimmung oder Gefühle möchtest du mit dem ersten Satz auslösen? Manchmal ist es Eingebung, meistens jedoch braucht es viel Überlegung und mehrere Versuche bis der erste Satz steht.

Dialog

Wenn du mit einer längeren wörtlichen Rede beginnst und nicht sofort klar ist, wer spricht, hat der Leser kein Bild der Person vor Augen und kann sich den Tonfall nicht vorstellen. Es sollte  also schnell ein erklärender Satz folgen, wer spricht. Ein Ausruf wie: „Hey, pass auf wo du hinlatschst“, kann aus dem Mund eines großen schwergewichtigen Mannes bedrohlicher klingen als  bei einer kleinen piepsigen Elfe.

 Der Leser erkennt sich gerne in Buchfiguren und deren Alltagssituation wieder. Das schafft Vertrautheit und weckt Sympathie. Allerdings sollte  früh ein Bruch einsetzen, der sofort Fragen aufwirft wie es weitergeht. Einsich anbahnender Konflikt, ist eine gute Möglichkeit, die Hauptfigur zum Handeln zu bewegen.

Die Alltagssituation

Wie kannst du deine Hauptfigur in ihrer gewohnten Umgebung zeigen, ohne dabei in Banalitäten abzugleiten? Was könnte den Charakter aus der Bahn werfen? Ein Unfall, ein Streit, eine Nachricht, ein Gegenspieler?

Fragen

Allgemein gilt, dass am Anfang viele Fragen aufgeworfen werden, die du erst im Laufe der Geschichte oder zum Ende des Romans auflösen solltest. Du kannst Tatsachen schaffen, die keine sofortige Erklärung verlangen. Verzichte auf Rückblenden oder Infodumps, denn die bremsen die Geschichte unnötig aus.

Konflikt

Welches Ziel verfolgt die Hauptfigur und welche Schwierigkeiten ergeben sich daraus?


Was macht für dich einen guten Anfang aus und was beherzigst du selbst, wenn du die erste Seite deines Romans schreibst?

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