Rückblick auf die Online-Autorenmesse Tag 2 & 3 #OA

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Patricia Bellasie | 07 November 2017 |
Ich melde mich wieder zurück.
Leider bin ich gestern erst sehr spät dazu gekommen, die Videos zu schauen, sodass mein zweiter Erfahrungsbericht hatte warten müssen.

Dieser Schuld komme ich nun nach.
Am zweiten Tag ließen uns Iny und Elmar Lorentz an ihren Erfahrungen teilhaben. Vorab muss ich sagen, dass das Paar einen tollen Umgang miteinander pflegt und ich sie um das gemeinsame Hobby beneide. Ich mag den Gedanken, bei der Entstehung des Buches mit dem/einem Partner zusammenzuarbeiten. Was mir besonders gefiel, war die Äußerung von Elmar Lorentz zwar vorab rechechiert zu haben, aber die Rohschrift nicht mit allen historischen Details zu bestücken. Er setzt Platzhalter und Fragezeichen, wenn er sich mit dem Recherchehintergrund etwas unsicher ist. Die beiden setzen einen hohen Anspruch an die historische Korrektheit ihrer Werke und sicherlich würden all die Informationen den Schreibfluss unterbrechen.


Im darauffolgenden Interview widmeten wir uns mit Alexandra Otten meinem aktuellen Schreibprogramm: Papyrus Autor. Wer Papyrus nutzt, weiß um dessen Funktionsvielfalt und die schnelle Überforderung, die das Programm mit sich bringt. Ich hatte es Jahre ungenutzt auf dem PC, erst nach einem weiteren Update bin ich damit warm geworden. Gestern habe ich Funktionen kennengelernt, die ich noch nicht kannte.
So kann man bspw. im Navigator die Szenen kurz wiedergeben, was einen besseren Überblick ermöglicht. Weiterhin kann man mehrere Klemmbretter nutzen und bspw. Textpassagen dort zwischenlagern. Notizen können sich statisch am Rand oder im Text befinden. Immer wieder wünsche ich mir Tutorials, die mir mein Schreibprogramm erklären. Ich hoffe, dass hier noch mehr kommen wird.

Um 19 Uhr traf ich auf einen Bekannten: Andreas Schuster. Auch er hat mal einen Gastbeitrag für das Magazin verfasst. Er sprach das Thema "Autor werden, trotz Brotjob" an. Dabei setzte er den Fokus auf das richtige Zeitmanagement. Man sollte sich seiner Meinung nach, ausreichend Zeit für die Arbeit am Manuskript einräumen. Sicherlich hilft es, jeden Tag ein paar Minuten zu schreiben, aber das Reinknien in den Text ist auch ein Muss. Zeitfresser sollten daher zugunsten des Autorendaseins identifiziert werden - doch der Spaß sollte bei alldem nicht auf der Strecke bleiben. Eine gequälte Seele schreibt nicht gerne.

Auf das "nicht gerne Schreiben" - also Schreibblockaden - ging Denise Fritsch ein. Sie sieht in allen Blockaden einen Grund. Bspw. kann das Streben nach Perfektion eine dieser Ursachen darstellen. Versagensängste führen zu Schreibhemmungen und man entwickelt eine falsche Routine, die mit Misserfolgen bestraft wird. Das führt wieder zur Demotivation und das Spiel geht in einem endlosen Kreislauf weiter. Eine Schreibroutine ist daher nach Denise Fritsch sehr wichtig. Blockaden können aber auch damit bekämpft werden, indem man einfach mal etwas komplett anderes schreibt. Das erinnerte mich etwas an das Interview vom Vortag mit Marie Gräff. Die richtige innere Einstellung und sicherlich ein Erfolgsgarant.

Natürlich ist es da hilfreich, sein Thema gefunden zu haben. Auf dieses "Thema" ging Tanja Steinlechner am heutigen Tage ein. Diese Tiefenstruktur des Romans spielt eine wichtige Rolle, weil der Autor ein ganzes Universum mit seinem Buch zeigt. Was möchte ich wieso erzählen: Verlusterfahrungen, Flucht, biografische Hintergründe etc. etc. Jeder hat seine eigenen Themenwahl.
Dank Tanja Steinlechner habe ich nun übrigens ein neues Lieblingszitat: "Ich glaube, dass wir einen Funken jenes ewigen Lichts in uns tragen, das im Grunde des Seins leuchten muss und welches unsere schwachen Sinne nur von Ferne ahnen können.Diesen Funken in uns zur Flamme werden zu lassen und das Göttliche in uns zu verwirklichen, ist unsere höchste Pflicht." (Goethe) 


Übrigens bei der Themenwahl geht es auch um das Prinzip "weniger ist mehr". Natürlich können mehrere Themen in einem Roman vorkommen, aber man sollte unbedingt den Fokus auf eines der Themen legen.

Das Interview mit Olaf von Beemgee habe ich übersprungen. Es ist mir zeitlich nicht möglich, heute alle Videos zu schauen. Zudem bin ich mit Papyrus Autor sehr zufrieden. Übrigens: Die Schreibnacht und Beemgee koopieren miteinander. Ein Blick ins Forum zu werfen, kann nicht schaden.

Ab 19 Uhr hat uns Barbara Drucker mit Tipps für Action-, Kampf- und Verfolgungszenen versorgt. Wichtig ist, dass man nicht von "oben" drauf schaut, sondern, dass man mittendrin ist. Man muss die verschiedenen Sinneseindrücke darstellen und die Nähe zur Figur suchen. Barbara Drucker achtet hier auf Klang und Rythmus. Also während der Szene bspw. mit vielen kurzen Sätzen zu arbeiten und somit die Situation in Wort und Schrift widerzuspiegeln. Der Leser kann bspw. durch die richtige Zeichensetzung außer Atem gebracht werden. Dadurch soll dieser Teil der Szene werden. Eine tolle Anregung, die ich mir für die Überarbeitungsphase mitnehme.

Auch das letzte Video zur Heldenreise habe ich nicht mehr geschafft. Wenn ich es morgen noch sehen kann, versuche ich es nachzuholen. Aber inzwischen habe ich ein Informations-Overload.

Bis zum nächsten Rückblick möchte ich zunächst die gewonnen Tipps verarbeiten.
Bislang konnte ich sehr viel aus den verschiedenen Interviews mitnehmen und freue mich darauf, meinen Roman dementsprechend beleuchten zu können :)


 

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